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Bücher

Kleines Buch, großer Erfolg

natur: Herr Serrer, Sie und Ihr Kommilitone ­David Nelles sind Anfang 20, studieren Wirtschaftswissenschaften, hatten keine Ahnung vom Klimawandel – und haben trotzdem genau darüber ein Buch geschrieben. Wie kam das?

Serrer: Eigentlich war gerade unsere Ahnungslosigkeit der Grund für das Buch. Vor zwei Jahren saßen wir in der Mensa zusammen und diskutierten über den Klimawandel. Da merkten wir, dass wir auf ganz viele Fragen keine Antworten wussten. Werden Stürme heute schon stärker? Wie viel wird uns der Klimawandel kosten? Was bedeutet er für unsere Gesundheit? Wir dachten: Kann doch nicht sein, dass das Thema in aller Munde ist – und wir trotzdem so wenig darüber wissen! Also haben wir ein Buch gesucht, das uns den Klimawandel ganz kurz und verständlich erklärt. Aber wir haben keines gefunden.

Und so beschlossen Sie, selbst eines zu schreiben?

Ja, wir dachten, das sei ein Projekt für die Semester­ferien. Es wurden eineinhalb Jahre. Das Buch sollte anschaulich sein, Spaß machen. Aber wir wollten auch nichts Wichtiges vergessen oder etwas Falsches schreiben. Also kontaktierten wir immer mehr Wissenschaftler – am Ende waren mehr als 100 beteiligt.

Das Ergebnis, ein wissenschaftliches Bilderbuch für Erwachsene, hat offenbar einen Nerv getroffen: Innerhalb von sechs Monaten hat es sich schon mehr als 85.000-mal verkauft.

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Wir haben uns gesagt: Wir fangen gar nicht erst klein an. Startauflage: 100.000. Buchpreis: fünf Euro, damit wirklich jeder es sich leisten kann. Denn irgendwann während der Recherche haben wir die Ernsthaftigkeit des Themas begriffen. Und dass es ganz vielen Menschen genau so geht, wie es uns ging: Sie denken, Klima sei dasselbe wie Wetter. Zwei Grad wärmer? Prima, brauch ich schon keinen Pulli mehr! Die Tragweite des Klimawandels für unsere Gesundheit, die Landwirtschaft, die Artenvielfalt, auch für die globalen Flüchtlingsbewegungen ist den wenigsten bewusst. Oder dass die Klimaerwärmung sich ab bestimmten „Kipppunkten“ von selbst beschleunigt. Wenn man das begriffen hat, macht das was mit einem.

Ein Klimawandel- als Bewusstseinswandelbuch?

Das hoffen wir. Und wir haben es an uns selbst gemerkt. Vor zwei Jahren waren wir zum Beispiel Fleischfans, haben oft sogar zweimal am Tag Fleisch gegessen. Dann fanden wir heraus, welchen Treibhausgasausstoß die Fleischproduktion verursacht. Heute essen wir immer noch Fleisch – weil es uns schmeckt, dazu stehen wir –, aber nur noch einmal pro Woche.

Ein Klimawandel-Bestseller von jungen Studenten. Streikende Schüler, die die Politik vor sich hertreiben. Sieht aus, als könnte das Engagement der Jungen wirklich etwas bewirken.

Das ist auch nötig. Wenn ich sehe, wie drängend das Problem ist, dann löst das bei mir zwar keine Wut auf die ältere Generation aus. Aber doch eine ziemlich große Motivation, die Sache selber anzupacken. Und ich glaube, so geht es vielen in meiner Generation.

Das Gespräch führte Markus Wanzeck.

David Nelles, Christian Serrer
Kleine Gase – Große Wirkung
Der Klimawandel
Selbstverlag (www.klimawandel-buch.de). 132 Seiten, 5 €

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phy|lo|ge|ne|tisch  〈Adj.; Biol.〉 die Phylogenese bzw. Phylogenie betreffend, auf ihr beruhend

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