Röger, Maren Kriegsbeziehungen – Intimität, Gewalt und Prostitution im besetzten Polen 1939 bis 1945 - wissenschaft.de
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Röger, Maren

Kriegsbeziehungen – Intimität, Gewalt und Prostitution im besetzten Polen 1939 bis 1945

Grundsätzlich waren in der Zeit des Nationalsozialismus sexuelle Kontakte zwischen deutschen Wehrmachtsangehörigen bzw. Zivilisten und den als „rassisch minderwertig“ geltenden Frauen im besetzten Polen strikt untersagt. Gleichwohl kam es zu vielfältigen Beziehungen, die Maren Röger genauer analysiert hat. Sie beleuchtet damit eine Forschungsfrage, die Regina Mühlhäuser bereits für die Sowjetunion untersucht hat („Eroberungen“. Hamburg 2010).

Gewiss wird man zuerst an Vergewaltigungen denken, dazu kamen Wehrmachtsbordelle, in denen Frauen in ihrer Not ihren Körper verkauften. Doch auch Liebesbeziehungen entwickelten sich, mussten verheimlicht werden und konnten keine Legalisierung erfahren. Die betroffenen Frauen gerieten, vor allem, wenn sie uneheliche Kinder bekamen, in der Kriegs- und Nachkriegszeit unter massiven Druck von Seiten ihrer nationalbewussten Landsleute. Scham und Angst verhinderten lange einen reflektierenden Rückblick. Maren Rögers Buch erweitert den Blick auf den nationalsozialistischen Besatzungsalltag um einen wichtigen Aspekt.

Rezension: Dr. Heike Talkenberger

Röger, Maren
Kriegsbeziehungen – Intimität, Gewalt und Prostitution im besetzten Polen 1939 bis 1945
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2015, 304 Seiten, Buchpreis € 24,99
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