Scholz, Piotr O. Nubien – Geheimnisvolles Goldland der Ägypter - wissenschaft.de
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Scholz, Piotr O.

Nubien – Geheimnisvolles Goldland der Ägypter

Nubien (von altägyptisch nebu für Gold), das biblische „Kusch“ und Goldland der Pharaonen, stand stets im Schatten seines übermächtigen Nachbarn Ägypten. Ganz zu Unrecht, sind doch die archäologischen Entdeckungen im südlichen Niltal nicht weniger faszinierend: Felsbilder, Gräber, Tempel und Pyramiden zeugen von einer glanzvollen Vergangenheit.

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts erlebte die Archälogie in Nubien durch Einzel- oder Großprojekte einen beträchtlichen Aufschwung. Der Autor Piotr Scholz, ausgewiesener Kenner der Nubienforschung, lädt uns ein zu einer Zeitreise durch eine Kultur, deren geistige und materielle Errungenschaften heute fast vergessen sind: von den prähistorischen Anfängen bis zur Ägyptisierung des Landes im 2. Jahrtausend v.Chr., als die Ägypter begannen, ihre Kolonie, durch die die Fernhandelswege nach Innerafrika führten, für über 500 Jahre auszubeuten. Nubien lieferte ihnen exotische Tiere, Sklaven und Soldaten, die hochgeschätzte Elite-Bogentruppen in der ägyptischen Armee waren, sowie das heißbegehrte Gold.

Erst um 750 v.Chr. gelang es den kuschitischen Königen, das Mutterland Ägypten zu besiegen, für kurze Zeit als „Schwarze Pharaonen“ den ägyptischen Königsthron zu besteigen und eine eigene Dynastie zu etablieren. Eine Blütezeit erlebte das Land in der meroitischen Epoche (etwa 300 v. – 350 n.Chr.), die mit einer Afrikanisierung der Kultur einherging und in der die Frauen der königlichen Familie unter der Bezeichnung „Kandake“ zu machtvollen Herrscherinnen aufstiegen. Ihre Hauptstadt Meroe entwickelte sich zu einer Handelsmetropole, und einheimischen Göttern wie dem löwengestaltigen Gott Apedemak wurden gewaltige Tempelanlagen erbaut. Mit der Errichtung des christlichen Reichs von Aksum im 4. Jahrhundert endet das Buch.

Fazit: Das gut lesbare Werk bietet einen interessanten Überblick über eine heute fast vergessene Kultur, die einst eine Brückenfunktion zwischen der Mittelmeerwelt und Innerafrika besaß. Der Autor verwebt Archäologie, Kunst und historische Quellen sowie Zitate antiker und moderner Autoren zu einer kurzweiligen Lektüre. So können auch die überwiegend kleinformatigen Schwarzweißabbildungen den Lesegenuß nur unwesentlich trüben. Allerdings stimmt der Text in großen Zügen mit einer früheren Publikation von Scholz zum selben Thema überein.

Rezension: Sternberg-el-Hotabi, Heike

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Scholz, Piotr O.
Nubien – Geheimnisvolles Goldland der Ägypter
Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2006, 224 Seiten, Buchpreis € 24,90
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