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Bücher

Onkel Wolfram

Die Kindheitserinnerungen des berühmten Neurologen Oliver Sacks sind eine Liebeserklärung an die Chemie.

Ich sagte mir: ‚Der ist nichts als Atome – und sehnte mich mehr und mehr nach einer ‚Nur-Atome‘-Welt, erinnert sich Oliver Sacks mit Schrecken an seinen ehemaligen Schuldirektor. Als Sechsjähriger war Oliver, 1933 in London geboren, von seinen Eltern für vier Jahre in ein Internat im mittelenglischen Braefield gesteckt worden, zum Schutz vor den Bombenangriffen im Krieg. Die Lehrer, insbesondere der Direktor, quälten die Schüler psychisch wie physisch, wo sie nur konnten. Der kleine Oliver verlor sein Vertrauen in die Menschen und floh in die Welt der Mathematik und Wissenschaft.

Von dieser für ihn beglückend menschenlosen Welt, insbesondere der Chemie, handelt der Großteil von Sacks‘ Jugendgeschichte. Dabei ist er nicht Chemiker geworden, sondern einer der bekanntesten Neurologen. Berühmt wurde der Professor an zwei New Yorker Universitäten und Arzt in einem Hospital in den Bronx freilich als Autor kurioser wie sehr einfühlsam beschriebener Fallgeschichten über neurologische Patienten („Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte“), Parkinson-Kranke („Zeit des Erwachens“) und Gehörlose („Stumme Stimmen“) – siehe seine Website www.oliversacks.com/.

Schon früher hat Sacks Autobiografisches berichtet, insbesondere über seine Migräne und einen Unfall, nach dem er ein Bein nicht mehr als sein eigenes empfand. In seinem neuen Buch geht es dagegen um die Faszination, die Metalle und Edelgase auf ihn genauso ausüben wie das Periodensystem der Elemente, Spektren, Atommodelle und Radioaktivität. Leidenschaft, aber auch Melancholie stecken zwischen den Zeilen der 25 Kapitel. Dabei liest sich das Buch spannender als mancher Abenteuerroman und sprüht nur so von Anschaulichkeit. Zugleich kann der Leser die brisanten chemischen Experimente des kleinen Oliver miterleben, angesichts derer mancher heute erschrocken den Kopf schüttelt. Nicht jedoch Olivers – titelgebender – Onkel Dave alias „Wolfram“, der eine Fabrik besaß, in der Glühlampen mit feinen Wolframdrähten hergestellt wurden, und der ihm die Welt der Elemente erschloss.

„Nichts auf der Welt fühlt sich an wie gesintertes Wolfram“, pflegte er zu sagen, und: „Der Klang von Wolfram ist unvergleichlich“ – genau so wie dieses Buch.

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Rüdiger Vaas ist Redakteur bei bild der wissenschaft.

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