Odd Arne Westad Ost gegen West: die große Konfrontation - wissenschaft.de
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Odd Arne Westad

Ost gegen West: die große Konfrontation

Der Kalte Krieg war von Beginn an eine globale Angelegenheit, die alle Teile der Welt direkt oder indirekt beeinflusste. Zu dieser zentralen Erkenntnis hat in besonderer Weise der norwegische Historiker Odd Arne Westad beigetragen, der als Professor an der Yale University tätig ist. Er gehört seit Jahrzehnten zu den produktivsten Autoren zur Geschichte des Konflikts. Sein vor zwei Jahren erschienener Band „The Cold War. A World History“ liegt nun in deutscher Übersetzung vor.

Vielleicht liegt es an der Routine Westads, dass er auf eine Definition des Begriffs „Kalter Krieg“ weitgehend verzichtet. Für den Leser, gerade jenen, der sich neu mit dem Thema beschäftigt, wäre sie notwendig gewesen, da Historiker weltweit über Jahrzehnte unter anderem über die Datierung seines Anfangs und Endes und über die Abgrenzung zum „Ost-West-Konflikt“ mit seinen Wurzeln im 19. Jahrhundert heftig gestritten haben.

Offen bleibt auch die Frage, was und wer eigentlich den Begriff – der häufig noch unspezifisch verwendet wird – hervorbrachte, und warum. Hier wäre der Hinweis auf die Atomwaffenkontrollgespräche 1946/47 mit Bernard Baruch und Herbert Swope hilfreich gewesen, denn diese beiden machten den „Kalten Krieg“ zum öffentlichen, politischen Begriff.

Westad setzt alles dies im Wesentlichen voraus. Für ihn ist der Kalte Krieg nur „eine Konfrontation zwischen Kapitalismus und Sozialismus, die in den Jahren 1945 bis 1989 ihren Höhepunkt hatte“. Ziel ist, ihn „als globales Phänomen innerhalb … von 100 Jahren einzuordnen“ und zu belegen, dass er „den globalen Transformationen des 19. Jahrhunderts entsprang“.

Was folgt, ist eine beeindruckende Fleißarbeit. Westad arbeitet sich über fast 800 Seiten chronologisch durch die Jahre von etwa 1830 bis zum Dezember 1991, „als Michail Gorbatschow mit seiner Unterschrift das Ende der Sowjetunion besiegelte“. Dazwischen findet sich in erster Linie die politische Geschichte der Konfrontation, die quellengesättigt, auf Basis fast ausschließlich angloamerikanischer Literatur, viele Details zeigt und mit einem Kapitel endet, das die „Welt, die der Kalte Krieg hervorbrachte“, thematisiert. Westad schöpft hier aus seinem großen Wissensfundus. Lesenswert.

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Rezension: Prof. Dr. Bernd Stöver

Odd Arne Westad
Der Kalte Krieg
Eine Weltgeschichte
Verlag Klett-Cotta, Stuttgart 2019, 763 Seiten, € 34,–

 

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