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Schäden, die sich rechnen

Thilo Bode, früher Greenpeace-, heute Foodwatch-Chef, hat mit Co-Autor Stefan Scheytt ein Buch von der Kette gelassen, das es in sich hat. Die Auswüchse eines Wirtschaftssystems, in dem „die Interessensgegensätze von Industrie und Politik zu einer Interessenskoalition mutieren“, werden darin derart schonungslos offengelegt, dass sich am Ende Grundsatzfragen stellen: „Die Ausübung unseres Wahlrechts, ein Fundament der Demokratie, relativiert sich unter diesen Umständen: Wir delegieren Macht an Repräsentanten, die keine Macht mehr haben, die Macht der Konzerne zu kontrollieren.“ Das Buch schildert, wie übermächtige Unternehmen – „too big to fail, too big to jail“ – die Gesellschaft in Geiselhaft nehmen, Nationalstaaten gegeneinander ausspielen, die Gesundheitsschäden von Millionen Menschen bewusst in ihren Businessplan einpreisen – und weshalb selbst Unverfrorenheiten wie der Dieselbetrug von VW und Co. keine bloßen Ausrutscher irrlichternder Konzernlenker sind. Was tun, angesichts dieser Macht(missbrauch)fülle? ­Bode und Scheytt setzen ihre Hoffnung auf gewaltfreien zivilen Widerstand, wie ihn der österreichische Jurist Max Schrems gegenüber der Datenkrake Facebook oder die Deutsche Umwelthilfe gegenüber dem industriell-politischen Dieselgate-Kartell seit Jahren erfolgreich leisten. Und auf Aufklärung – die sie mit diesem Buch ­lesenswert leisten.

Thilo Bode
Die Diktatur der Konzerne
Wie ­globale Unternehmen uns schaden und die Demokratie zerstören
S. Fischer. 237 Seiten, 18 €

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