Vorarlberger Landesmuseum (Hrsg.) Schifffahrt am Bodensee – Vom Einbaum zum Katamaran - wissenschaft.de
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Vorarlberger Landesmuseum (Hrsg.)

Schifffahrt am Bodensee – Vom Einbaum zum Katamaran

Der Bodensee gehört ohne Zweifel zu den attraktivsten Landschaften, die Deutschland, Österreich und die Schweiz zu bieten haben. Doch was wäre ein Besuch dort ohne Schifffahrt? Das Erlebnis des Sees vom Wasser aus, die Einfahrten in die ganz unterschiedlichen Häfen, der Blick auf die über dem Schweizer Ufer aufragende Alpenkulisse oder den Pfänder über Bregenz, die unterschiedlichen Stimmungen bei den bisweilen schnell wechselnden Wetterlagen – das alles lässt sich auf dem See am besten erfahren. Der Bodensee ist eine Schiffslandschaft par excellence, und das seit Tausenden von Jahren. Ein neues Buch trägt dieser Tatsache Rechnung und lässt Autoren rings um den See zu Wort kommen. Die Themen reichen vom Einbaum, mit dem die Menschen in der Jungsteinzeit den See befuhren, bis zu den 2005 in Dienst gestellten Katamaranen, die zwischen Friedrichshafen und Konstanz verkehren.

Der attraktiv gestaltete Band wurde vom Vorarlberger Landesmuseum herausgegeben und ist im Culturis Verlag Ernst Troll in Steißlingen erschienen. Nach einem Überblick zur Schifffahrtsgeschichte unter dem Titel „Der Bodensee – eine Schiffslandschaft“ von Gerda Leipold-Schneider beleuchtet Ralph Röber, Archäologe und Leiter der Schifffahrtsabteilung im Archäologischen Landesmuseum Baden-Württemberg, Außenstelle Konstanz, in seinem Beitrag die frühe Schifffahrt am Bodensee, von der Steinzeit bis in das späte Mittelalter. Vorgestellt wird schließlich auch die reichhaltige Sammlung an Modellen und Originalbildern, Plänen und Objekten zur Schifffahrtsgeschichte im Seemuseum Kreuzlingen. Zur Fülle des Präsentierten, von Darstellungen zum Schiffbau bis zum Fähremodell, vom Maschinentelegraphen bis zum historischen Sportsegelboot, bietet der Beitrag Gerda Leipold-Schneider eine handliche Erläuterung.

Gerda Leipold-Schneider, Kuratorin am Vorarlberger Landesmuseum in Bregenz, ist auch verantwortlich für die im vergangenen Jahr neu eröffnete Ausstellung „Anker klar“, die den Bogen spannt von den Gefahren zu den Freuden der Schifffahrt. In den anderen Museen entlang des Sees findet der interessierte Besucher darüber hinaus zahlreiche weitere Objekte zur Schifffahrtsgeschichte, so etwa – wie im Buch skizziert – im Städtischen Museum in Überlingen oder im Rosgartenmuseum in Konstanz. Zudem sind den Häfen von Fußach, Bregenz, Lindau, Steinach, Konstanz und Überlingen als exemplarische Beispiele von Schiffslandestellen eigene Beiträge gewidmet. Eine von Stefan Uhl, Biberach in der Fachzeitschrift für Bauforschung publizierte ausführliche Studie zur Baugeschichte der Greth in Überlingen fand in gekürzter Form Eingang ins Buch. Ronald Bockius, ausgewiesener Schifffahrtsexperte und Leiter des Museums für antike Schifffahrt in Mainz brachte seine Überlegungen zum Plattbodenschiff im Spiegel der archäologisch-historischen Überlieferung ein.

Das königlich-württembergische Dampfschiff „Hohentwiel“, das seit 1990, nach aufwändiger und spektakulärer Restaurierung, wieder den See befährt, wurde von Seniorkapitän Reinhard E. Kloser und dem Schifffahrtsexperten Karl F. Fritz beschrieben. Ein kurzes technikgeschichtliches Schlaglicht auf die sich wandelnden Antriebssysteme der Schiffe, die von der Muskelkraft zur Maschinenkraft führten, von Ruder und Segel bis zum Voith-Schneider-Propeller, ergänzt diesen Buchteil. Detailliert vorgestellt wird hierbei auch die Lädine St. Jodok, das historische Lastsegelschiff auf dem Bodensee. Schließlich enthält das Buch einen Katalog über die Exponate der Bregenzer Ausstellung „Anker klar“.

Insgesamt ein Buch, das sich leicht lesen lässt, und in dem es vor allem Spaß macht, zu blättern. Sehr attraktiv sind auch die zum Teil über eine Doppelseite gezogenen Landschaftsbilder, die einiges von der Faszination dieser Drei-Länder-Region wiederspiegeln.

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Rezension: Oster, Uwe A.

Vorarlberger Landesmuseum (Hrsg.)
Schifffahrt am Bodensee – Vom Einbaum zum Katamaran
Culturis Verlag, Steißlingen 2005, 176 Seiten, Buchpreis € 19,40
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