SCHNEEBALL ERDE - wissenschaft.de
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SCHNEEBALL ERDE

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Autor: Gabrielle Walker-xxx- Verlag: Berlin Verlag Berlin 2003-xxx- Seiten: 318-xxx- ISBN: 3827004357-xxx- Buchpreis: 19,90
Eiskalter Durchbruch Noch vor kurzem lachten die Geologen über die Idee, die Erde sei einst ein Schneeball gewesen. Einem Forscher ist es inzwischen gelungen, die verwegene These durchzusetzen. Ein…

Eiskalter Durchbruch
Noch vor kurzem lachten die Geologen über die Idee, die Erde sei einst ein Schneeball gewesen. Einem Forscher ist es inzwischen gelungen, die verwegene These durchzusetzen. Ein Buch über die menschliche Seite der Wissenschaft.

ES BEGINNT MIT einem Marathonlauf. Eindringlich beschreibt Gabrielle Walker, wie sich ein junger Wissenschaftler über die Straßen von Boston quält. Dieser Mann besitzt Durchhaltekraft. Nicht nur beim Laufen, auch in der Wissenschaft – so viel, dass er der umstrittenen These vom „Schneeball Erde“ zum Durchbruch verhelfen konnte. Vor rund 600 Millionen Jahren soll die Erde vollkommen von Eis bedeckt gewesen sein, von den Polen bis zum Äquator. Schon vor Jahrzehnten fanden Geologen überall auf der Welt Spuren einer globalen Vereisung: verirrte Steine, die offenbar von der Unterseite abtauender Eisberge auf den Meeresgrund gesunken waren, und Ritzspuren im Gestein, wie Gletscher sie hinterlassen. Doch die Fachwelt sträubte sich lange, diese unglaubliche Vorstellung zu akzeptieren – bis der Geologe und Marathonläufer Paul Hoffman sich das Thema vornahm. In den letzten rund zehn Jahren suchte der Harvard-Professor unermüdlich nach Belegen, fand Verbündete in vielen Fachgebieten und spaltete die Experten in Freunde und Feinde. Gabrielle Walker, Redakteurin des Wissenschaftsmagazins New Scientist, erzählt die Geschichte der Schneeball- These als spannendes Abenteuer, fast als Roman. Das macht ihr Buch leicht lesbar – und befreit die Wissenschaft von jeder Heldenverehrung. Der Leser erfährt viel über den Alltag von Geologen, über Exkursionen in den brütend heißen australischen Outback oder die mückenverseuchte Einöde Sibiriens. Und er lernt die Menschen kennen, die sich hinter den Fachaufsätzen verbergen – zum Beispiel den Magnetfeld-Experten Joe Kirschvink vom California Institute of Technology, der beweisen konnte, dass uraltes Eiszeit-Gestein am Äquator abgelagert wurde, und den Harvard-Professor Dan Schrag, der nachwies, dass die Erde einst aus einem Winterschlaf erwachte. Die Schneeball-These hat sich inzwischen durchgesetzt. Allerdings wartet eine andere verwegene Idee von Paul Hoffman noch auf Bestätigung: Die unwirtlichen Bedingungen auf der tiefgefrorenen Erde sollen dem komplexen vielzelligen Leben zum Durchbruch verholfen haben. Vielleicht findet Gabrielle Walker hier bald Stoff für ein neues Buch. Schön wär’s.

Klaus Jacob, freier Journalist mit Schwerpunkt Geowissenschaften

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