Huck, Stephan Soldaten gegen Nordamerika – Lebenswelten Braunschweiger Subsidientruppen im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - wissenschaft.de
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Huck, Stephan

Soldaten gegen Nordamerika – Lebenswelten Braunschweiger Subsidientruppen im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg

Durch den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg erreichte der europäische Soldatenhandel einen vorübergehenden Hochpunkt. Vor allem kleinere Fürstentümer innerhalb des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation stellten der britischen Krone sogenannte Subsidienregimenter für den Einsatz in Nordamerika zur Verfügung – gegen teils erhebliche finanzielle Zuwendungen. So entsandte unter anderem Herzog Carl I. von Braunschweig 5000 Soldaten in die neue Welt, um seine Finanzen aufzubessern. Die meisten dieser Soldaten waren als Besatzungstruppen in Kanada stationiert, also abseits der Kampfhandlungen, oder befanden sich nach verlustreichen Gefechten bereits von 1777 an in Kriegsgefangenschaft in Boston und später in Virginia. Nur 2900 von ihnen kehrten in die Heimat zurück.

Die zunehmend an kultur- und ideengeschichtlichen Fragen orientierte Forschung interessiert sich seit einiger Zeit verstärkt für den Kriegsalltag und die Vorstellungswelten von Soldaten. So auch Militär- und Marinehistoriker Stephan Huck, der mithilfe serieller Quellen und Selbstzeugnisse der Angehörigen der Braunschweiger Regimenter deren Nordamerika-Erfahrungen untersucht hat. Hierbei betrachtet er getrennt voneinander die Bereiche Kampfeinsatz, kanadische Garnison und das Leben der Kriegsgefangenen. Huck interessieren vor allem die Motive, sowie die Selbst- und Fremdbilder der Soldaten, die er sodann denen ihrer britischen Verbündeten und amerikanischen Gegner gegenüberstellt. So machte etwa die multinationale Umgebung des Konflikts aus Braunschweigern Deutsche. Amerikanischer Liberalismus und die unkonventionelle Taktik der Kolonisten-Milizen beeinflussten ihr von heimischer Ständeordnung geprägtes Weltbild und ihr soldatisches Selbstverständnis. Denn die hierarchisch gegliederte, auf strengem Reglement und adeliger Offiziersehre basierende Linienkriegsführung zeigte sich in diesem Konflikt als entscheidender Nachteil gegenüber den freien und funktionalen Taktiken der Unabhängigkeitskämpfer.

Rezension: Daniel Tuttenuj

Huck, Stephan
Soldaten gegen Nordamerika – Lebenswelten Braunschweiger Subsidientruppen im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg
Oldenbourg Verlag, München 2011, 317 Seiten, Buchpreis € 39,80
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