Bert Hoppe Spaziergang durch Berlins Baugeschichte - wissenschaft.de
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Bert Hoppe

Spaziergang durch Berlins Baugeschichte

Der Potsdamer Platz in Vorkriegszeiten, der den Einband ziert, macht neugierig auf Bert Hoppes „Architekturgeschichte Berlins“. Im Vorwort wird darauf hingewiesen, dass sich der Band explizit an den architektur- und stadtgeschichtlich interessierten Laien wendet und einen fundierten Einblick in die Baugeschichte Berlins gebe. Und so spaziert man an den Berliner Bauwerken der verschiedenen Jahrhunderte entlang. Die acht Kapitel umfassen die Zeit von der mittelalterlichen Doppelstadt (Berlin und Cölln) bis hin zum vereinten Berlin. Jeder Textabschnitt ist gespickt mit Informationen über die jeweiligen Baumeister und mit Beschreibungen von Gebäuden, auch von denen, die nicht mehr existieren.

Hoppe versteht es, die Leser durch anschauliche Details ins Thema hineinzuziehen. So erfährt man gleich zu Beginn, dass 2010 im Keller des Bundesrates der Schimmel überhandnahm. Warum uns das interessieren muss, erfährt der Leser sogleich: Die Beobachtung hat mit den Gründungsbedingungen Berlins zu tun: Die heutige Innenstadt liegt nämlich in einem früheren Auengebiet. Das Interesse ist geweckt, und man möchte erfahren, wo sich die Doppelstadt – und, nach Hoppes Aussage, zeitweilig sogar Dreifachstadt (hinzu kam für kurze Zeit die 1662 gegründete Vorstadt Friedrichswerder) – einstmals bildete. Ein von natürlichen Erhebungen begrenztes Urstromtal war es, mit vereinzelten Sandinseln und einer seit der Eiszeit vorhandenen Torflinse, was fortan die Arbeit aller Baumeister erschwerte. Auf einer solchen Sandinsel steht etwa der Fernsehturm am Alexanderplatz.

Interessant ist auch die Erwähnung des ersten Berliner Holzbalkens. „Dieser wurde aus einem um 1170 gefällten Baum geschlagen und 40 Jahre später verwendet, als in Cölln die Breite Straße angelegt und mit Kaufmannshäusern bebaut wurde“, so der Autor. Dann geht es von den mittelalterlichen Anfängen zur preußischen Hauptstadt, die nicht denkbar ist ohne die brandenburgische Residenz der Hohenzollern.

Und wie kam es eigentlich dazu, dass sich der Boulevard „Unter den Linden“ so rasant zur Prachtstraße entwickeln konnte? Einzig und allein deshalb, weil sich König Friedrich Wilhelm II., der Nachfolger und Neffe Friedrichs des Großen, seine Berliner Wohnung im Stadtschloss in Richtung Lustgarten ausrichten ließ. Schon bald folgte im Auftrag des Königs das von Carl Gotthard Langhans erbaute Wahrzeichen der Stadt, das Brandenburger Tor.

Sicher ist auch für viele Leser neu, woher die Bezeichnung „Spree-Athen“ für Berlin stammt. Die Antwort: Während sich vormalige Baumeister noch an der römischen Architektur orientierten, wandte sich Langhans athenischen Vorbildern zu; auch davon kündet das Antlitz Berlins. Ein Zeitstrahl von 1150 bis heute gibt am Ende eine übersichtliche Zusammenfassung über die Baugeschichte der Stadt. Die hervorragenden Abbildungen komplettieren den Lesegenuss.

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Rezension: Sylvia Friedrich

Bert Hoppe
Architekturgeschichte Berlins
Elsengold Verlag, Berlin 2019, 176 Seiten, € 32,–

 

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