Andrej Angrick Spuren des Grauens - wissenschaft.de
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Andrej Angrick

Spuren des Grauens

Im Jahr 1942 gab die oberste Führung an das „Reichssicherheitshauptamt“ die Order aus, sämtliche Massengräber im deutsch besetzten Europa unkenntlich zu machen. Die Leichen wurden ausgegraben und verbrannt, das Gelände getarnt. Offenbar wurden die immer größeren Leichenberge, Resultat der Massenmorde an den Juden, für das NS-Regime zunehmend zum Problem. Nicht zuletzt ging es darum, Beweise zu vernichten. Zur Durchführung des Plans wurden perfiderweise zumeist Juden aus den Ghettos oder den Konzentrationslagern sowie Kriegsgefangene gezwungen.

Diese von SS-Standartenführer Paul Blobel geleitete „geheime Reichssache“, die als „Aktion 1005“ bezeichnet wurde, ist bisher niemals im Einzelnen rekonstruiert worden. Der Hamburger Historiker Andrej Angrick legt nun zwei voluminöse Bände mit seinen beeindruckenden Ergebnissen vor. Ob in Weißrussland oder der Ukraine, ob im Baltikum, dem „Generalgouvernement“ oder in Südosteuropa: Region für Region entfaltet sich ein Bild des Grauens. Angrick zeichnet die Entscheidungswege nach, charakterisiert die an dem „Projekt“ Beteiligten und schildert die konkrete Durchführung. Und man erfährt, was die Alliierten bzw. die Bündnispartner der Nazis von alledem wussten.

Rezension: Dr. Heike Talkenberger

Andrej Angrick
„Aktion 1005“
Spurenbeseitigung von NS-Massenverbrechen 1942 – 1945
Wallstein Verlag, Göttingen 2019, 2 Bände, 1381 Seiten, € 79,–

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