Andreas Stinsky Steinzeitmenschen, Römer und Langobarden am Gardasee - wissenschaft.de
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Andreas Stinsky

Steinzeitmenschen, Römer und Langobarden am Gardasee

Der Gardasee ist wegen seines ungewöhnlich milden Klimas und der angrenzenden Weinanbaugebiete ein beliebtes Urlaubsziel. In diesem Reiseführer der etwas anderen Art stellt der Archäologe, Museumsleiter und Autor Andreas Stinsky die Region um den Gardasee jedoch aus archäologischer Perspektive vor und nimmt die mal mehr, mal weniger touristisch erschlossenen Stätten, Parks und Museen der Umgebung in den Blick.

Das Buch beginnt mit einer knappen Einleitung in die Geschichte der Region von prähistorischer Zeit über das römische Reich bis ins Frühmittelalter. In dieser Zeitspanne entstanden auch die vorgestellten Stätten. Es folgen zwei kurze Abrisse zur Geschichte der im Umland des Gardasees gelegenen Städte Brescia und Verona.

Im ersten der zwei Hauptteile widmet sich der Autor den archäologischen Plätzen an den Ufern des Gardasees, welche in vier Unterkapiteln besprochen werden. So geht er etwa auf die bei Bauarbeiten für eine Tiefgarage zufällig entdeckten Überreste einer römischen Therme in Riva del Garda ein. Dort befindet sich ebenso das pittoresk in einer Wasserburg untergebrachte Museo Alto Garda. Dieses widmet sich der lokalen Geschichte, stellt die Entwicklung der Gemäldekunst in der Region seit dem 15. Jahrhundert dar und beherbergt eine archäologische Sammlung, in welcher Exponate aus einem Zeitraum von der Altsteinzeit bis zum Frühmittelalter ausgestellt werden. Bei den zahlreichen weiteren Stätten (insgesamt gibt es 16 Abschnitte zum See) finden unter anderem auch die Reste einer bronzezeitlichen Pfahlbautensiedlung am Westufer und eine römische Palastvilla am Südufer Erwähnung.

Der zweite Teil des Buches beschäftigt sich mit dem Umland des Sees. In 14 Kapiteln werden Täler wie das Sarcatal oder das Val Camonica sowie Städte wie Brescia, Mantua und Verona mit ihren archäologischen Parks, Stätten und Museen vorgestellt. Im Sarcatal etwa befindet sich ein archäologischer Wanderweg, auf welchem man der Route einer römischen Straße folgen kann. Diese verband einst Trient mit dem Nordufer des Gardasees. Zudem liegen am Wegesrand noch zwei archäologische Fundstellen. Im Val Camonica wiederum lassen sich zum Teil 10.000 Jahre alte Felsritzungen bewundern, die noch vor allen anderen Kulturstätten Italiens in die UNESCO-Weltkulturerbeliste aufgenommen wurden. Selbstverständlich finden sich aber auch andere bekannte archäologische Stätten wie das römische Amphitheater oder die Porta Borsari in Verona im Reiseführer wieder. Der Autor gibt sich auch in Bezug auf Details größte Mühe. So werden die genannten Inschriften nicht nur historisch eingeordnet, sondern teils auch im lateinischen Original sowie in deutscher Übersetzung wiedergegeben.

Das Buch ist großzügig und durchgehend farbig bebildert. Zwei Karten und ein Satellitenbild erlauben es dem Leser, sich zu Beginn des Buches geographisch zu orientieren. Zusätzlich gibt es zu vielen besprochenen Stätten weiterführende Literaturangaben sowie Anschriften und Internetadressen der vorgestellten Orte und Museen, wodurch es dem Reisenden erleichtert wird, die eigene Tour in die Region um den Gardasee zu planen.

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Rezension: Raphael Szeider

Andreas Stinsky
Die 30 bekanntesten archäologischen Stätten am Gardasee und in seinem Umland
Mit Ausflügen nach Verona, Brescia, Bergamo und Trient
Nünnerich-Asmus Verlag & Media GmbH, Mainz am Rhein 2018, 160 S., 24,90€

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Wach|tel|wei|zen  〈m. 4; unz.; Bot.〉 Braunwurzgewächs mit weizenähnlichem, braunem, später schwarzem Samen: Melampyrum

dol|dig  〈Adj.; Bot.〉 doldenförmig, doldenartig, wie eine Dolde

Dä|mo|nie  〈f. 19; unz.〉 die unüberschaubare Gefährlichkeit (einer Person od. Sache) ● ~ der Technik, ~ der Ichsucht

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