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Bücher

Süße Versuchung

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Walter MischelDER MARSHMALLOW-TESTWillensstärke, Belohnungsaufschub und die Entwicklung der PersönlichkeitSiedler, München 2015396 S., € 24,99ISBN 978–3–8275–0043–4E-Book für € 19,99ISBN 978–3–641–11927–0
Willensstärke, Belohnungsaufschub und die Entwicklung der Persönlichkeit

Selbstbeherrschung ist für den Erfolg im Leben entscheidend – vom Kindergarten bis zur Rente. Meist geht es darum, einem kurzfristigen Vergnügen zu entsagen, um später einen größeren Lohn einzufahren. Doch Selbstbeherrschung ist schwer, wie Walter Mischel schreibt: „Wie in der Geschichte von Adam und Eva verraten uns fast täglich neue Schlagzeilen, dass wieder mal eine prominente Persönlichkeit […] ihre Zukunft vergeigt, weil sie einer jungen Praktikantin, einer Haushälterin oder einer illegalen Droge allzu nahe gekommen ist.“

Mischel, geboren 1930 in Wien, ist Psychologe. Und weil auch er sich nur schwer beherrschen kann, besonders wenn es um Süßspeisen geht, entwickelte er in den 1960er-Jahren an der Universität Stanford das Marshmallow-Experiment. Damit wollte er herausfinden, wie Kinder Selbstbeherrschung lernen und was ihnen dabei hilft. Mischel setzte Vier- und Fünfjährige vor zwei Teller mit Süßigkeiten und ließ sie wählen – entweder eine kleine Menge (zum Beispiel ein Marshmallow) sofort zu essen oder die doppelte Menge nach einer Wartepause zu bekommen. Viele Kinder schafften die Prüfung. Sie warteten bis zu 20 Minuten, indem sie sich selbst ermahnten oder erfolgreich ablenkten.

Erst viel später, ab 1978, entwickelten Mischel und seine Kollegen das Experiment zu einem Test weiter: In einer Langzeitstudie stellten sie fest, dass Kinder, die auf ihre Marshmallows warten konnten, später bessere Noten bekamen, gesünder lebten und stabilere Beziehungen hatten. Der simple „Marshmallow-Test“ bewies eine erstaunliche Vorhersagekraft – und hat eine Fülle von psychologischen Studien angestoßen.

Ist Selbstbeherrschung also genetisch festgelegt? Vor diesem Fehlschluss warnt Mischel in seinem unterhaltsam und praxisnah geschriebenen Buch ausdrücklich. Neuere Erkenntnisse aus der Hirnforschung haben gezeigt, wie plastisch das menschliche Gehirn ist – gerade auch die Regionen im Stirnhirn, die für Selbstkontrolle und Disziplin verantwortlich sind. Schulprogramme, die diese Tugenden gezielt trainieren, haben in den USA bemerkenswerte Effekte gezeigt – und Unterschichtkindern zuvor unerreichbare Bildungschancen erschlossen.

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© wissenschaft.de – Judith Rauch
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Song|wri|ter  〈[–rt(r)] m. 3; Mus.〉 jmd., der die Musik u. manchmal auch Texte für (populäre) Songs komponiert, Songschreiber [engl.]

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