TIERE ESSEN - wissenschaft.de
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TIERE ESSEN

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Autor: Jonathan Safran Foer-xxx- Verlag: Kiepenheuer und Witsch, Köln 2010-xxx- Seiten: 400 S.-xxx- ISBN: 978–3–462–04044–9-xxx- Buchpreis: € 19,95
Fleisch aus Massentierhaltung ist nicht nur ein ökologisches Desaster, weil die Vieh- und Fischzucht den Klimawandel anheizt und Unmengen an Stickstoff in Böden und Gewässer bringt. Wer Fleisch isst, gefährdet…

Fleisch aus Massentierhaltung ist nicht nur ein ökologisches Desaster, weil die Vieh- und Fischzucht den Klimawandel anheizt und Unmengen an Stickstoff in Böden und Gewässer bringt. Wer Fleisch isst, gefährdet auch seine Gesundheit, zum Beispiel weil in den Mastanlagen Antibiotika verfüttert werden, die beim Menschen zu lebensbedrohlichen Resistenzen führen können. Nicht zuletzt fristen die überzüchteten Tiere – Fische, Hühnchen, Schweine und Rinder – ein qualvoll kurzes Leben, bis sie in den Schlachthöfen einen unwürdigen Tod finden.

All dies belegt der US-Autor Jonathan Safran Foer mit viel Engagement durch Zahlen und Interviews mit Bauern, Schlachthofarbeitern, Medizinern und Ökologen. Diese Fakten mischt er mit Autobiografischem (er ist Enkel von Holocaust-Überlebenden) und Moral – philosophischem (er hat Philosophie studiert). Entstanden ist dabei eines der meistgelobten Sachbücher des vergangenen Jahres.

Doch die Melange ist nicht ohne Makel. Zunächst: Das Thema ist nicht neu. Jeder interessierte Bürger kann sich heute – dank Internet und Medienberichten – problemlos ein Bild von den Zuständen in der Fleischwirtschaft und ihren Auswirkungen machen. Schon der gesunde Menschenverstand sagt einem, dass man ein Hähnchen für 1,80 Euro das Kilo nicht artgerecht und nachhaltig produzieren kann.

Dazu kommt, dass das Buch in manchen Teilen, vor allem anfangs, ziemlich verquast geschrieben ist. So wird nicht klar, warum die meisten Menschen das Töten von Fischen kalt lässt, während misshandelte Schweine scharenweise Tierschützer mobilisieren. Und nachdem Foer die Frage gestellt hat, warum wir eigentlich nicht unsere Haustiere essen, wartet der Leser vergebens auf eine Antwort. Dabei liegt es doch nahe, dass man ein Tier, zu dem man eine enge Beziehung hat, nicht als Sonntagsbraten serviert. Foer kritisiert auch keineswegs – was konsequent wäre – die Viehhaltung insgesamt und damit die Produktion von Eiern und Milchprodukten. Aber er überfordert den Leser auch nicht: Er drängt ihn nicht dazu, auf Fleisch (oder gar alles Tierische) zu verzichten, sondern plädiert einfach für weniger Wurst und Schnitzel. Bemerkenswert: In den USA sollen seit Erscheinen des Buches unzählige Menschen Vegetarier oder sogar Veganer geworden sein.

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Kathrin Burger

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Stre|lit|zie  〈[–tsj] f. 19; Bot.〉 große, leuchtend orange blühende Pflanze mit fächerartiger Blüte [nach Charlotte von Mecklenburg–Strelitz, ... mehr

Spin  〈m. 1; unz.〉 1 〈Phys.〉 innerer Freiheitsgrad eines Elementarteilchens od. Atomkerns, der als Drehimpuls einer inneren Drehbewegung des Teilchens angesehen werden kann; Sy Eigendrehimpuls ... mehr

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