Schölzel, Christian Walter Rathenau – Eine Biographie - wissenschaft.de
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Schölzel, Christian

Walter Rathenau – Eine Biographie

Christian Schölzel lehnt eine psychologisierende Betrachtungsweise Rathenaus im Kern ab, möchte Faktoren wie die sexuelle Veranlagung bewußt nicht als biographische Triebkräfte berücksichtigen und schiebt den jungen und den privaten Rathenau eher in den Hintergrund. Im Mittelpunkt seiner Analyse, die chronologische mit systematischen Aspekten zu verbinden sucht, stehen die Stationen der öffentlichen Karriere Rathenaus – als Wirtschaftsmagnat, Schriftsteller und Politiker.

Schölzel betont die grundsätzliche Offenheit jeder Biographie und den methodisch gebotenen Versuch, Konstruktionen ex post zu vermeiden. Insbesondere lehnt er eine zu eindimensionale Sicht auf Rathenau als das „jüdische Opfer“ ebenso ab wie die Tendenz, die Leistungen des Politikers „zu einseitig auf sein Streben nach Akzeptanz als Jude zu reduzieren“.

Dem entspricht es, wenn Schölzel eine Vielzahl neuer Einzelaspekte zutage fördert, insbesondere etwa im Hinblick auf Rathenaus Tätigkeit in der Kriegsrohstoffabteilung des Preußischen Kriegsministeriums während des Ersten Weltkriegs oder bei den Reparationsverhandlungen nach 1919. Im Endeffekt überwiegt aber auch bei ihm eine Interpretation, die Rathenaus Bezüglichkeit zu seiner jüdischen Exi-stenz in den Mittelpunkt stellt. Zwischen der ihm aufgezwungenen Alternative, „entweder Jude oder Deutscher“ zu sein, habe er „in der Verbindung beider Existenzen eine gleichsam immerwährende Selbsterschaffung in Auseinandersetzung mit den Widersprüchen seiner Zeit“ erstrebt.

Rezension: Wirsching, Andreas

Schölzel, Christian
Walter Rathenau – Eine Biographie
Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn/München/Wien/Zürich 2006, 652 Seiten, Buchpreis € 49,90
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