Bauer, Rudolf Waren damals alle Feiglinge? – 1933 bis 1945 zwischen Trier und Koblenz - wissenschaft.de
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Bauer, Rudolf

Waren damals alle Feiglinge? – 1933 bis 1945 zwischen Trier und Koblenz

Mehr als 75 Jahre nach Hitlers Machtergreifung fragt man noch immer nach dem Verhalten der Menschen in der Diktatur. Warum stellte sich kaum jemand gegen das Regime? Der Journalist Rudolf Bauer hat es sich in seinem Buch „Waren damals alle Feiglinge?“ zur Aufgabe gemacht, dem leisen Protest der Bevölkerung zwischen Trier und Koblenz zur Zeit des Nationalsozialismus nachzugehen – was ihm auch gelingt. In 16 kurzen Episoden zeigt Bauer, dass Zivilcourage unter der Gewaltherrschaft durchaus anzutreffen war, auch wenn er im Ganzen doch viel zu gering war, wie er betont.

Grundlage des Buches waren Tagebuchaufzeichnungen, Archivmaterial, eigene Erinnerungen und mündliche Berichte damaliger Zeitgenossen. Durch zahlreiche, ausführliche Zitat wird der Leser direkt an die damalige Atmosphäre und die Sorgen und Ängste der Betroffenen unmittelbar herangeführt, weil Bauer in seinen Darstellungen auf kommentierte Erläuterungen verzichtet, sondern den Zeitzeugen in den Mittelpunkt seiner Ausführungen stellt. Die Erinnerungen einer Mutter, deren Sohn wegen seiner kommunistischen Überzeugung ins KZ Dachau kam, machen bei der Lektüre ebenso betroffen wie die moralische Standhaftigkeit eines Jungen Bewunderung hervorruft, als er beim Verhör durch die Gestapo seinen ehemaligen Gruppenführer der Katholischen Jugend trotz Drohungen und Einschüchterungsversuchen schützt.

Das Buch gibt Antworten für all jene, die sich wegen und dank ihrer späten Geburt die Raffinesse und die Brutalität der Nazis nicht vorstellen können und sich daher häufig fragen „Waren denn damals alle Feiglinge?“

Rezension: Carmen Fischer

Bauer, Rudolf
Waren damals alle Feiglinge? – 1933 bis 1945 zwischen Trier und Koblenz
Kliomedia-Verlag, Trier 2009, 111 Seiten, Buchpreis € 16,80
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