Seemann, Annette Weimar – Eine Kulturgeschichte - wissenschaft.de
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Seemann, Annette

Weimar – Eine Kulturgeschichte

Weimar – die thüringische Kleinstadt steht exemplarisch für wichtige, ja einschneidende historische Entwicklungen in Deutschland von der Reformation bis ins 20. Jahrhundert. Das Wirken Luthers, Goethes, Schillers, Herders, später Liszts und Nietzsches wird mit der Stadt verbunden und prägt den „Mythos Weimar“. Diese Tradition bleibt nicht ungebrochen, wie die kleingeistige Vertreibung der avantgardistischen Bauhaus-Künstler aus der Stadt zeigt. Und auch das geschah in Weimar: Seit 1929 fand hier die NSDAP viele Anhänger, und seit 1937 verbreitete das KZ Buchenwald nahe Weimar seinen Schrecken.

Annette Seemann schildert die Kulturgeschichte der Stadt von der Altsteinzeit bis zur Ernennung als Weltkulturerbe und verschweigt nicht deren dunkle Punkte. Sie bietet einen gut lesbaren Überblick; interessant etwa ihre Ausführungen zur Rolle Weimars als musealer Gedächtnisort in der DDR. Ihre Erzählung ist allerdings manchmal ungenau und wenig analytisch. Nur ein Beispiel: Wie sich die Italien-Begeisterung der klassischen Dichter, die Seemann „übertrieben“ nennt, erklären lässt, welchen Stellenwert die Antike überhaupt als gesellschaftlicher und dichterischer Gegenentwurf zu deutschen Verhältnissen hatte, muss dem Leser dunkel bleiben.

Rezension: Dr. Heike Talkenberger

Seemann, Annette
Weimar – Eine Kulturgeschichte
Verlag C.H. Beck, München 2012, 464 Seiten, Buchpreis € 24,95
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