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Peter Csendes/Ferdinand Opll

Wien wird Stadt

dam0122bue06.jpgDie Geschichte der Donaumetropole ist schon mehrfach dargestellt worden, nicht zuletzt in der dreibändigen Stadtgeschichte von Peter Csendes und Ferdinand Opll aus dem Jahr 2001. Wenn nun ein voluminöser Band der beiden Autoren zu Wien im Mittelalter erscheint, dann erwartet die Leser keine Wiederholung des bereits Vorhandenen.

Vielmehr haben sich Opll und Csendes für ihre Publikation, die aus Anlass von 800 Jahren Stadtrechtsprivileg für Wien erscheint, ein anderes Konzept ausgedacht: Im ersten Teil des Bandes werden „Zeitzeugnisse“ vom 9. Jahrhundert bis 1529 geboten, im zweiten, thematisch gegliederten Teil folgen die einordnenden „Analysen“. Der zeitliche Rahmen umschreibt das Auftauchen erster archäologischer Funde und Quellen im 9. Jahrhundert, der Endpunkt ist die erste osmanische Belagerung der Stadt 1529.

Die „Zeitzeugnisse“ – nicht im Originaltext, sondern in paraphrasierter Form zu lesen – offenbaren, mit welch einer dichten Überlieferung die Geschichte Wiens im Mittelalter erschlossen werden kann. Urkundentexte und Amtsschriften, aber auch Auszüge aus Chroniken und Tagebüchern wurden zusammengestellt. Erste Nennungen der Stadt „Uenia“ (nicht das lateinische Vindibona), die sich vom Wienfluss ableiten, finden sich im Kontext kriegerischer Auseinandersetzungen mit den heidnischen Ungarn.

In der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts wurden dann – durch die über die Markgrafschaft Österreich herrschenden Babenberger – die Grundlagen für die eigentliche Stadtentwicklung Wiens gelegt. Es werden Konflikte zwischen dem Babenberger Herzog Friedrich II. und den Wiener Bürgern deutlich: 1236 stellt der Herzog bei einer Tanzveranstaltung so unzüchtig einer Frau nach, dass die erzürnten Einwohner den Herzog zum Verlassen der Stadt auffordern! Überhaupt das Feiern: Der Wiener Wein wird gelobt, aber auch vor Streitigkeiten im Wirtshaus gewarnt.

Da die Quellen jedoch eher Schlaglichter auf die sich entwickelnde Stadt werfen, kann sich der mit der Geschichte Wiens weniger Vertraute getrost zuerst dem zweiten Teil zuwenden. Hier erläutern die Autoren die „Grundlagen unseres Wissens“ und schildern ausführlich die Entwicklung von Stadtraum, technischer und sozialer Infrastruktur sowie rechtlichen Verhältnissen.

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In weiteren informativen Kapiteln werden die städtische Wirtschaft sowie das Stadtleben der Wienerinnen und Wiener beschrieben. Neben Bürgertum, Adel, Universitätsangehörigen und den Juden gehören dazu auch die „wenig Ehrbaren“, wie sie die Quellen nennen. Das jedoch bezeichnet den Großteil der Stadtbewohner: Gemeint sind Tagelöhner oder Spielleute, Knechte, Mägde, Prostituierte sowie die große Schar der Bettler.

Rezension: Dr. Heike Talkenberger

Peter Csendes/Ferdinand Opll
Wien im Mittelalter
Zeitzeugnisse und Analysen
Böhlau Verlag, Wien/Köln 2021, 520 Seiten, € 45,–

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