Bernd Fuhrmann Wirtschaft und Umwelt im Mittelalter - wissenschaft.de
Anzeige
Anzeige

Bernd Fuhrmann

Wirtschaft und Umwelt im Mittelalter

Mit diesem Buch legt der Siegener Wirtschafts- und Sozialhistoriker Bernd Fuhrmann ein Werk vor, das die Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Deutschen Reichs nördlich der Alpen im späten Mittelalter systematisch mit der Umweltgeschichte verbindet. „Eine Wirtschafts- und Sozialgeschichte Deutschlands im Mittelalter, die die Veränderungen der natürlichen Lebensumwelt und die Auswirkungen menschlichen Handelns auf diese systematisch berücksichtigt, das ist Anliegen und Inhalt dieses Buches“, so der Autor einleitend.

Und er wird diesem Anspruch durchaus gerecht. Ereignisgeschichte spielt nur eine untergeordnete Rolle. Es geht Fuhrmann um die spezifischen Besonderheiten der mittelalterlichen Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, wozu er eine Fülle an historischen Quellen unterschiedlicher Genres kompetent und zugleich kurzweilig analysiert. Die Einflüsse der Umwelt auf die Wirtschaft, aber auch die Gesellschaft werden durch die Studien Fuhrmanns nachdrücklich belegt. Man denke nur an die klimabedingten Zusammenhänge von Getreide- bzw. Weinanbau und dessen Einfluss auf die Ernährungslage.

Nach einem informativen Einleitungskapitel, worin Fuhrmann sich auf dem letzten Stand der Wissenschaft mit Klimaeinflüssen, der Bevölkerungsentwicklung, den formbildenden (auch von Menschen verursachten) Prozessen der Landschaft und dem Geldwesen befasst, gliedert er seine Arbeit, wie traditionell üblich, in die Abschnitte Früh-, Hoch- und Spätmittelalter. Dadurch wird es seiner Leserschaft erleichtert, die sozialen und ökonomischen Veränderungen zu erkennen, die sich in den 1000 Jahren, die wir „Mittelalter“ zu nennen gewohnt sind, vollzogen haben. Fuhrmann befasst sich dabei kenntnisreich mit dem Agrarsektor und dem Handwerk, dem Handel, dem Städtewesen, den Transportmitteln sowie den sozialen Strukturen.

Im Spätmittelalter, dem quantitativ bei weitem umfangreichsten Abschnitt der Überblicksdarstellung, stehen auch noch Bauen und Wohnen, das jüdische Leben und Wirtschaften, der Montansektor, Forstwirtschaft und das Finanzwesen, aber auch pandemische Katastrophen wie die Große Pest von 1348 und deren soziale wie wirtschaftliche Folgen im Fokus. Ein Kapitel zur Ernährung, ein „Rückblick“ auf das Mittelalter anstelle einer Zusammenfassung sowie ein umfassendes Literaturverzeichnis beschließen dieses auch für Nicht-Fachleute gut lesbare Buch, das wichtige Bereiche des mittelalterlichen Lebens gelungen schildert.

Rezension: Prof. Dr. Johannes Grabmayer

Anzeige

Bernd Fuhrmann
Deutschland im Mittelalter
Wirtschaft – Gesellschaft – Umwelt
Verlag Philipp von Zabern, Darmstadt 2017, 512 Seiten, € 79,95

Anzeige

DAMALS | Aktuelles Heft

Bildband DAMALS Galerie

Anzeige

Aktueller Buchtipp

Wissenschaftslexikon

Kok–Sa|ghys  〈[kksagys] m.; –; unz.; Bot.〉 Wildpflanze, aus deren Wurzel Kautschuk gewonnen wird: Taraxacum koksaghys [<türk. kök ... mehr

bio|tech|nisch  〈Adj.〉 die Biotechnik betreffend, zu ihr gehörig, auf ihr beruhend

Bar|bi|tos  〈f. od. m.; –, –toi; Mus.〉 = Barbiton

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige