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Thomas Medicus

Zwei Schauspieler

dam0621bue08.jpgGötz George, unsterblich geworden als Kommissar Schimanski in der Krimiserie „Tatort“, blieb sein Leben lang aufs engste mit der Geschichte seines Vaters verknüpft. Dieser starb, als Götz acht Jahre alt war. Thomas Medicus hat eine nicht nur erzählerisch, sondern auch analytisch überzeugende Doppelbiographie von Vater und Sohn verfasst.

Heinrich George war eine „Urgewalt“ des deutschen Theaters und Films. Medicus zeichnet das differenzierte Bild eines Mannes, der traumatisiert aus dem Ersten Weltkrieg zurückkehrte und als „Arbeiterschauspieler“ in der Weimarer Republik aufstieg. Unzweifelhaft hat der Mime den Höhepunkt seiner Karriere in der NS-Zeit als tatkräftiger Unterstützer des Regimes erlebt. So wirkte Heinrich George in dem Hassfilm „Jud Süß“ von Veit Harlan mit. George starb 1946 im Speziallager Sachsenhausen.

In vielen Rollen setzte sich Götz George mit der NS-Zeit auseinander, versuchte aber zugleich in dem Film „George“, seinen Vater von aller Schuld reinzuwaschen. Zwar zeigte Götz George große schauspielerische Leistungen in Rollen wie dem „Totmacher“, doch als Schimanski wurde er zum Idol. Warum, erklärt Medicus überzeugend: Schimanski ist die perfekte Verkörperung eines Jungen, der in der Nachkriegszeit ohne Vater aufwuchs. Er lehnt Autorität vehement ab, braucht sie dafür aber auch gleichzeitig. Beide Georges haben so deutsche Geschichte geschrieben.

Rezension: Dr. Heike Talkenberger

Thomas Medicus
Heinrich und Götz George
Zwei Leben. Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2020, 414 Seiten, € 26,–

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