Heile Welt - geht doch! - wissenschaft.de
Anzeige
Anzeige

Filme und Hörbücher

Heile Welt – geht doch!

Filmplakat Unsere große kleine FarmEin Ökosystem ist stabil, wenn die einzelnen Elemente, Tiere und Pflanzen, der Rhythmus von Werden und Vergehen im Gleichgewicht bleiben. Aber kann das in der Landwirtschaft gelten? Die meisten Landwirte würden das wohl verneinen: Nein, das geht nicht. Landwirtschaft ist heute die fabrikmäßige Produktion tierischer und pflanzlicher Rohstoffe. Der Mensch lenkt, Natur ist allenfalls lästig.

Vielleicht braucht es gerade deshalb Menschen, die zeigen wollen: Es geht doch. Menschen wie Molly und John Chester. In dem Film „Unsere große kleine Farm“ laden sie den Zuschauer ein, Zeuge ihres ganz persönlichen Experiments zu werden.

Die beiden – Köchin und Kameramann – haben mit gesammeltem Geld eine alte Farm mit 80 Hektar Grund im Umland von Los Angeles erworben. Doch die Farm ist ein trost­loser Ort, eher vertrocknetes Requisit aus einer dystopischen Fantasie als Paradies. Die Obstbäume weitgehend vertrocknet, der Boden ausgelaugt und hart wie Beton. Auch das Wasserreservoir der Farm liegt so traurig da, dass man die beiden bemitleidet und sich nicht vorstellen kann, was sie überhaupt hier wollen, als Kakteen züchten. Nur ihr Hund Todd scheint seinen uneingeschränkten Spaß zu haben.

Aber sie sind ebenso unbedarft wie optimistisch und bekommen Hilfe von Alan York, einer festen Größe in der ökologischen Landwirtschaft. Ein Mann, der unkonventionell und zutiefst vernetzt denkt. Er wird zum Lehrer, zum Mentor, zum Freund. Er gibt die Richtung vor, hat Ideen und erklärt, dass es auch in einem menschengemachten Ökosystem nur mit der Natur geht. Niemals gegen sie.

Und so wird umgegraben, da weichen die Avocado- und Zitronenbäume des Vorbesitzers einer Vielfalt Dutzender Obstsorten. Den Boden erwecken sie mit Kompost zu neuem Leben.

Anzeige

Die beiden sind natürlich nicht allein; an ihrer ­Seite arbeiten zwei Landarbeiter und eine Schar Freiwilliger aus aller Welt. Genauso bunt ist auch die Schar der Tiere, die auf der Farm leben: Kühe, Hühner, das Schwein Emma und zahllose Wildtiere, die mal Scherereien machen, mal zu Verbündeten werden.

Im Film herrscht nicht nur eitel Sonnenschein; es ist ein Kampf gegen Dürre, gegen Überschwemmungen, gegen Schnecken, Vögel, Kojoten. Doch die beiden und ihre Helfer finden immer wieder Lösungen: Enten fressen Schnecken, Kojoten Mäuse, Greifvögel dezimieren Vögel, die an Obst ­picken. Nach Jahren hat sich auf der Farm ein Gleichgewicht eingestellt.

Der Film erzählt eine Geschichte, die Mut macht. Sicher keine Blaupause für die ganze Landwirtschaft, aber sie beweist, dass vieles machbar ist, wenn man nur die Zusammenhänge erkennt. Leider fallen Landwirte immer noch auf das Märchen der Industrie herein, dass Landwirtschaft nur in immer größeren Maßstäben, mit immer größeren Maschinen und immer mehr Chemie funktioniert. Molly und John Chester zeigen, dass es auch anders geht. Anschauen. Peter Laufmann

John Chester (Regie)
Unsere große kleine Farm
Prokino. 91 Minuten, ab 11. Juli im Kino

Anzeige

natur | Aktuelles Heft

Aktueller Buchtipp

natur-Sonderausgabe 2019

Landwirtschaft 4.0
Wie Technik, Tierschutz und Bio-Standards eine Branche verändern

Anzeige

Grünstoff – der Medientipp des Monats

Wissenschaftslexikon

Eigentlich hat in der letzten Zeit eher Joseph das Abonnement auf Politik-Kommentare. Und dennoch, liebe Grüne, ich habe ja viel Verständnis dafür, dass ihr mit der Homöopathie ringt. Und ich habe selbstverständlich Verständnis dafür verschiedene Anträge zusammenzulegen und Konsens zu suchen und auch das dabei etwas Profil verloren geht. Vielleicht hat Frau Höhne vom Spiegel recht mit der Annahme, dass Eure Partei den “unbedingten Willen zur Harmonie” hat. Und das finde ich auch schöner, als wenn sich Leute unproduktiv anschreien oder gar mit Fäusten und Farbbeuteln aufeinander losgehen. Und ja, es gibt Wichtigeres als die politische Haltung zur Esoterik. Nur, wenn das was herauskommt  so verstanden wird, dann denke ich, dass ihr den Warnschuss hören solltet. Oder habt Ihr den Druck der Homöopathie-Lobby (s. Link) da wirklich gespürt und gefürchtet?

Vor allem finde ich es auch seltsam, wenn ihr eine Kommission glaubt zu benötigen, die Fragen wie klären soll, die ich für längst geklärt halte. Es ist Ende 2019, der Metaanalysen sind Legion. Zeit politische Schlussfolgerungen zu ziehen und umzusetzen. Bayern war gestern. Was kommt nach Bielefeld?

http://scienceblogs.de/rupture-de-catenaire/2019/11/18/gruene-bundesdelegiertenkonferenz-2019-und-die-homoeopathie/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=gruene-bundesdelegiertenkonferenz-2019-und-die-homoeopathie

Anzeige

Re|cei|ver  〈[risiv(r)] m. 3〉 1 〈Rundfunk; TV〉 1.1 Rundfunkempfänger mit Verstärker (für Hi–Fi–Wiedergabe)  1.2 Gerät für den Empfang u. die Verarbeitung von Satellitensignalen (für den Fernseher) ... mehr

Ex|pek|to|rans  〈n.; –, –ran|zi|en od. –ran|tia; Pharm.〉 auswurfförderndes, schleimlösendes Mittel; oV Expektorantium ... mehr

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige