Schuld und Sühne - wissenschaft.de
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Rätsel

Schuld und Sühne

Illustration: Hubert Warter
„Kleine Strafen schickt der Herr sofort“, pflegen bissige Zeitgenossen zu spötteln, wenn jemand sich schmerzhaft das Knie am Tischbein stößt oder die Hand an der Herdplatte verbrennt. Doch der hier gesuchte weltberühmte Naturforscher war zutiefst überzeugt: Gott straft die Sünder systematisch schon im Diesseits, sie selbst oder ihre Nachkommen, und nimmt Rache für ihre Missetaten – in Form von Schicksalsschlägen. Motto: „Gott bemerkt und weiß alles und vergisst nichts.“

Gleichsam als Buchhalter der göttlichen Vergeltung notierte der Mann akribisch, was ihm aus seiner Umgebung an schauerlichen Schicksalen zu Ohren kam. Er suchte nach den dahinter stehenden Schuld-und-Sühne-Kausalketten. Und meinte, überall Zusammenhänge zu entdecken: Da war etwa der Mörder, der jemanden mit Schüssen in den Magen tötete und danach Magenkrebs bekam. Oder die untreue Pastorenfrau, deren Tochter zur Strafe Alkoholikerin wurde und von deren beiden Söhnen der eine den anderen umbrachte.

Mit Dutzenden solcher Beispiele für das angebliche Wirken des rächenden Gottes füllte der Wissenschaftler eines der bizarrsten Bücher der Welt. Er vermachte das einzige Exemplar seinem erstgeborenen Sohn und beschwor ihn, es strikt geheimzuhalten. Erst mehr als zwei Jahrhunderte nach seinem Tod wurde das beklemmende Werk vollständig veröffentlicht. Da stand der Name des Autors längst in allen Schulbüchern, für seine bahnbrechende Systematik der Tier- und Pflanzenwelt.

Wer war der – vermutlich depressive – Protokollant der vermeintlichen göttlichen Gerichtsbarkeit?

Die Auflösung finden Sie hier .

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