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1,33 Euro-Münze macht den Geldbeutel leichter

Langsam gewöhnen sich die Menschen in Euroland an ihre neuen Münzen und Scheine. Doch belasten noch besonders viele 2, 5 und 10 Cent-Münzen den Geldbeutel, weil sich das Bewusstsein für den Wert dieser kleinen Geldstücke erst nach und nach entwickelt. Ein kanadischer Mathematiker hat nun berechnet, dass eine 1,33 Euro-Münze die hiesigen Geldbörsen effektiv entlasten könnte. Seine Kleingeldbetrachtungen, die sich im Detail jedoch auf den US-Währungsraum beziehen, veröffentlichte der Forscher im Fachblatt Mathematical Intelligencer (Vol. 25, S. 23).

„Was das Land braucht, ist eine 18 US-Cent Münze“, folgert Zahlentheoretiker Jeffrey Shallit von der kanadischen University of Waterloo aus seiner Beurteilung des US-Münzsystems. Um alle theoretisch möglichen Geldsummen zwischen 0 und 99 US-Cent ? das heisst, alle Kombinationen unterhalb der kleinsten Geldscheins ? mit möglichst wenig Münzen zusammenzulegen, wäre die 18 Cent-Münze ideal. Damit ließe sich der Durchschnitt von derzeit 4,7 Münzen pro US-Geldbeutel auf 3,89 Stück drücken. Im Euroland, wo gleichverteilt alle Werte unterhalb des kleinsten Scheins, der 5-Euro-Note, erreicht werden sollten, ergäbe eine 1,33 oder eine 1,37 Euro-Münze die beste Münzreduzierung.

Allerdings beachtete Shallit dabei nicht, dass sich der Wechselgeldverkehr durch häufige „Schwellenpreise“ wie 99 Cent oder 1,98 Euro zugunsten anderer Münzwerte verschieben könnte. In einem zweiten Schritt analysierte er über einen so genannten „Habgier-Algorithmus“, welche Münzverteilung optimal wäre, um jeden Betrag mit möglichst großen Münzwerten im Portemonnaie zu haben. Denn Studien zeigten, dass Verbraucher höherwertige Münzwerte bevorzugen, auch wenn die Summe der kleinen Geldstücke den gleichen Betrag ergeben.

Für den Dollarraum kommt er auf die Münzwerte „1, 3, 11 und 37“ statt der im Umlauf befindlichen „1, 5, 10 und 25“ Cent-Stücke. Die effektivste Ergänzung zum heutigen Münzsystem unter Berücksichtigung des „Habgier-Algorithmus“ liegt dabei in der 2 oder 3 Cent-Münze. Sogar die durchschnittliche Anzahl der Münzen reduziere sich dabei von 4,7 auf 3,9. Glücklicher waren daher wohl die US-Bürger im 19. Jahrhundert, als sich diese beiden Münzewerte zeitweilig im Umlauf befanden.

Jan Oliver Löfken
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