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Technik+Digitales

Aussagekräftige Augenblicke

Ein neuentwickeltes tragbares Messgerät soll Notärzten helfen, mögliche Gehirnverletzungen bei Unfallopfern schnell und zuverlässig zu erkennen: Das so genannte Pupillometer misst innerhalb von weniger als einer Sekunde, wie schnell und wie stark sich die Pupillen eines Verletzten im hellen Licht zusammenziehen. Ist diese Pupillenreaktion gestört, liegt eine Kopfverletzung vor, und der Patient muss möglichst schnell behandelt werden. Das neue Gerät von Andrew Clark vom NHS-Trust-Krankenhaus im britischen Newcastle upon Tyne und seinen Kollegen soll erstmals auf einer Fachmesse im November präsentiert werden, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist (Ausg. vom 21. August, S. 21).

Mit einer hellen Taschenlampe in die Augen zu scheinen ist einer der ersten Tests, die Notärzte und Ersthelfer an einer Unfallstelle bei den Verletzten durchführen. Doch die Bewertung, ob die Pupillenreaktion normal, weniger ausgeprägt oder verlangsamt ist, ist alles andere als einfach: Die Größenveränderung der Pupille muss durch einen Vergleich mit einer Standardkarte klassifiziert und die Geschwindigkeit der Veränderung im Licht bewertet werden. Dieses Vorgehen ist nicht nur zeitaufwändig, sondern auch sehr subjektiv.

Das neue Pupillometer soll nun Abhilfe schaffen. Es besteht aus einer Digitalkamera, zwei Infrarot-LEDs, einem Prozessor, einer Glühbirne und einem Display. Bei einer Messung sendet die Lampe einen kurzen Lichtblitz aus, während die Kamera das Auge filmt. Die Infrarot-LEDs ermöglichen dabei, die Veränderungen des Auges auch bei sehr dunkler Umgebung aufzunehmen, ohne dass die Messung beeinflusst wird. Eine Bildverarbeitungssoftware identifiziert dann die Pupille auf der Aufnahme und stellt die Größenveränderung und die vergangene Zeit grafisch dar. Damit ist das Gerät nicht nur schneller und zuverlässiger, sondern kann auch geringere Veränderungen erfassen als die herkömmliche Methode.

Im Gegensatz zu anderen Pupillometern berührt die Kamera bei dem neuen Gerät das Auge des Patienten nicht. Daher kann es auch bei mehreren Verletzten hintereinander angewendet werden, was bei anderen Gerätetypen aus Hygienegründen bislang nicht möglich war. Die Messung erfolgt in einem Abstand von etwa drei Zentimetern zum Auge. Dieser Abstand muss jedoch nicht ganz genau eingehalten werden, denn mithilfe der Lichtreflexionen auf der Augenoberfläche kann das Pupillometer die Abweichungen erkennen und herausrechnen.

ddp/bdw ? Ilka Lehnen-Beyel
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