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Blumen stellen Nanoteilchen aus Gold her

Indische Wissenschaftler haben entdeckt, dass Geranienblätter winzige Goldkristalle erzeugen können, wenn sie in eine Goldlösung gelegt werden. Ursache dieses überraschenden Effekts sind wohl in den Blättern enthaltene aromatische Verbindungen, die die freien Goldionen der Lösung reduzieren. Auf diese Weise entstehen Goldkristalle mit Durchmessern im Bereich von wenigen Millionstel Millimetern. Darüber berichtet das Magazin New Scientist. Die Nanoteilchen sind biologisch vermutlich besser verträglich als mit herkömmlichen chemischen Verfahren erzeugte, schreiben die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Journal of Materials Chemistry ( DOI:10.1039/b303808b).

Das von Murali Sastry vom Chemischen Nationallaboratoriums in Pune und seinen Kollegen durchgeführte Experiment klingt relativ einfach: Die Forscher tauchten einfach Blätter einer Geranie in eine wässrige Lösung aus Goldchlorid. Die in der Flüssigkeit umherschwimmenden Goldionen reagierten daraufhin mit organischen chemischen Verbindungen ? so genannten Aromaten -, die in den Blättern enthalten waren.

Dadurch bildeten sich kleine Goldkristalle aus, die von der Lösung abgetrennt und mittels eines Elektronenmikroskops untersucht werden konnten. Die Wissenschaftler fanden auf diese Weise heraus, dass die Geranienblätter Nanoteilchen in vielen verschiedenen Formen erzeugen konnten ? kugelförmige, eckige und sogar Teilchen in Pyramidenform.

Die für diesen Trick verantwortlichen aromatischen Verbindungen werden wohl von Pilzen hergestellt, die auf den Geranienblättern wachsen. In der Tat zeigte ein weiteres Experiment, dass ein unter dem Namen Colletotrichum bekannter Pilz tatsächlich kugelförmige Goldteilchen mit Durchmessern zwischen neun und zwölf Nanometern erzeugen konnte.

Bevor die Goldteilchen für biologische oder optische Anwendungen eingesetzt werden können, müssen sie allerdings erst noch auf effiziente Weise nach Größe sowie Gestalt sortiert werden können. Die Forscher hoffen, dass die Goldteilchen dann etwa als biologische Marker eingesetzt werden können. Die Oberfläche der Teilchen ist nämlich durch das Herstellungsverfahren automatisch mit bioverträglichen Molekülgruppen überzogen, so dass die Kristalle Zellen nicht schädigen sollten. Indische Ärzte etwa stellten schon vor Tausenden von Jahren goldhaltige Salben aus Blumenblättern her.

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Stefan Maier
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