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Das Brookhaven-Experiment mit seltsamer Materie wird die Erde wohl nicht zerstören

Jes Madsen von der Universität Aarhus hat nachgerechnet

Mitte diesen Jahres hat in Long Island im US-Bundesstaat New York der Teilchenbeschleuniger RHIC in den Brookhaven National Laboratories (BNL) seinen Regelbetrieb aufgenommen. RHIC kann Temperaturen erzeugen, wie es sie seit dem Urknall in unserem Universum nicht mehr gegeben hat – außer vielleicht im Innern von dichten Sternen.

Vor Inbetriebnahme des RHIC hatten einige Physiker die Befürchtung geäußert, dass bei den Experimenten „Seltsame Materie“ (Strangelets) erzeugt werden könnte. Neben den Up- und Down-Quarks, aus denen die normale Materie besteht, enthalten die Strangelets auch Strange-Quarks. Einmal erzeugt könnte die seltsame Materie bei Kontakt mit normaler Materie diese in seltsame umformen und in einer nicht mehr zu stoppenden Kettenreaktion die Erde zerstören.

Der Däne Jes Madsen von der Universität Aarhus hat jetzt solch eine Katastrophe endgültig ausgeschlossen, wie das Amerikanische Institut für Physik meldet. Madsen hat alle möglichen Spielarten dieser Strangelets durchgerechnet. Demnach sind leichte Strangelets zu instabil, um normale Materie umformen zu können; schwere Strangelets sind hingegen kaum zu erzeugen.

Die Erzeugung mittelschwerer Strangelets ist ebenfalls unwahrscheinlich, aber nicht völlig ausgeschlossen. Jedoch sind diese Strangelets immer positiv geladen. Um sich normale Materie „einzuverleiben“, müssen sich die Strangelets einem ebenfalls positiv geladenen Atomkern annähern. Das verhindert aber die elektrostatische Abstoßung.

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Die Befürchtungen wurden von Anfang an ernst genommen. Bereits im Juli 1999 hatte der Direktor der BNL, John Marburger, einen Ausschuss eingesetzt, der alle denkbaren Gefahren prüfen sollte. Das Hauptargument war damals: Die kosmische Strahlung erzeugt mit einer sehr viel höheren Wahrscheinlichkeit seltsame Materie als der RHIC. Für jedes gefährliche Strangelet, das im RHIC erzeugt wird, müssten auf dem Mond während seines Bestehens 100 Billiarden Strangelets erzeugt worden sein. Jedes von ihnen hätte den Mond mit einer gewaltigen Explosion in seltsame Materie umgeformt. Bis heute ist der Mond aber kein einziges Mal explodiert. Und aus seltsamer Materie besteht er auch nicht.

Axel Tillemans
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