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Dynamische Dampfmaschine als Autoantrieb der Zukunft

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Querschnitt durch dynamische Dampfmaschine, Enginion, Berlin
Die Dampfmaschine könnte eine Renaissance bei der Suche nach abgasarmen Autoantrieben erleben. Über mehrere Jahre haben deutsche Ingenieure einen auf Dampf basierenden Motor entwickelt, der entgegen seinen historischen Vorgängern äußerst sauber, kraftvoll und sparsam laufen kann. Möglich wurde dieser Prototyp durch eine keramische Brennkammer und Motorteile, die ohne zusätzliche Schmierstoffe betrieben werden können.

„Unsere Technologie ist sauber, leise und dynamisch“, sagt Oliver Mehler, Marketing-Leiter der Entwicklerfirma Enginion in Berlin. In der Brennkammer wird der Treibstoff bei rund 1.200 Grad Celsius so gleichmäßig verbrannt, dass neben Kohlendioxid nur ein minimaler Anteil an giftigen Stickoxiden oder Kohlenmonoxid entsteht. Der Keramikblock setzt sich dabei aus Fasern aus Aluminiumoxid und Siliziumcarbid zusammen. Durch seine poröse Struktur wirkt quasi jede einzelne Pore als Brennkammer, wodurch der Treibstoff sehr effektiv umgesetzt werden kann. Dabei wird ein hoher Dampfdruck erzeugt, der einen Rotor des Motors antreibt. In Verbrauch und Leistung dieses Dampfmotors könne er mit klassischen Dieselmotoren verglichen werden, berichtet das Wissenschaftsmagazin „New Scientist“.

Ein kleiner Prototyp mit sechs Kilowatt Leistung soll ähnlich wie ein Dieselgenerator zur mobilen Stromversorgung eingesetzt werden. Um weitgehend auf Schmieröle in dieser Dampfmaschine verzichten zu können, nutzen die Ingenieure exakt gefertigte Bauteile aus modernen Werkstoffen, die nahezu reibungsfrei gegeneinander bewegt werden können. Schmierstoffe wie in klassischen Verbrennungsmotoren würden nach und nach in den Dampfkreislauf geraten, wodurch die Motoreffizienz herabgesetzt werden würde.

Aufbauend auf dem sechs Kilowatt-Motor, der genug Kraft für Mopeds und kleine Fahrzeuge liefern soll, testen die Enginion-Entwickler bereits eine größere Dampfmaschine für Autos. Dieser Prototyp wurde bereits 300 Stunden in einem Versuch mit einem Skoda Fabia getestet. Nach Aussage von Mehler soll 2004 die Massenproduktion für die kleinere Dampfmaschine beginnen. Zudem liege bereits eine erste Bestellung von einem der bedeutendsten Autohersteller der Welt vor, sagt Mehler.

Jan Oliver Löfken
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