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Ein Computer, der Gedanken lesen kann

Einen Computer, der durch Gedanken erzeugte Befehle empfangen kann, haben Wissenschaftler im Rahmen eines Forschungsprojekts der Europäischen Gemeinschaft entwickelt. Wie die britische Sunday Times berichtet, soll das Gerät Schwerbehinderten eine neue Möglichkeit der Kommunikation ermöglichen.

Die Apparatur besteht aus einer Plastikkappe, die wie eine Badehaube aufgesetzt wird und über mehrere Kabel mit einem normalen PC verbunden ist. Dieser ist mit einer speziellen Software ausgestattet. Das Gerät registriert die schwachen elektromagnetischen Signale des Gehirns und übersetzt sie nach entsprechendem Training in Computerbefehle. Dadurch lässt sich ein Cursor bewegen, mit dem man Buchstaben auswählen und so Worte schreiben kann.

Der an Muskelschwund leidende Cathal O’Philbin hat das „Adaptive Brain Interface“ getestet. Nach einer Einübungsphase von drei Stunden war er in der Lage, nur Kraft seiner Gedanken auf dem Bildschirm des Computers Worte zu erzeugen. „Jeder Benutzer kann ohne fremde Hilfe die Maschine lehren, die eigenen Gedanken zu erkennen“, sagt Computerwissenschaftler Jose del Millan, der für die Koordination des Forschungsprojekts am Joint Research Centre der Europäischen Kommission im italienischen Ispra verantwortlich ist.

Das Training besteht darin, dass der Computer lernen muss, drei Arten unterschiedlicher, bewusst generierter Muster von Gehirnwellen zu erkennen. O’Philbin erzeugte diese Muster, indem er sich entweder geistig entspannte, oder sich einen rotierenden Würfel vorstellte, oder indem er daran dachte, seinen Arm zu bewegen. „Das war harte Arbeit“, sagte er nach seinem ersten erfolgreichen Schreibversuch, aber das Gerät würde er sofort nehmen.

Für den Gedanken lesenden Apparat sind verschiedene weitere Anwendungen denkbar. So könnte es zum Beispiel Behinderten ermöglicht werden, einen elektrischen Rollstuhl mithilfe von Gedanken zu steuern.

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Joachim Czichos
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