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Ein Krümel wird zum Karftpaket

Der Laser in der Tasche ersetzt morgen das Schweizermesser. Bislang waren sie in CD-Spieler und Supermarktkassen verbannt. Jetzt haben die kleinen Diodenlaser in punkto Leistung einen gewaltigen Sprung nach vorn getan – zu Werkzeugen, die sogar Metallbleche schweißen. Am Horizont: der Laser im Taschenformat als Werkzeug für jedermann.

Dr. Peter Loosen, Vizedirektor des Aachener Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik (ILT), moniert: „Konventionelle Laser sind im Vergleich zu Diodenlasern regelrechte Dinosaurier an Größe – und zudem die reinsten Energiefresser.“

Das hat mit dem Wirkungsgrad zu tun. Konventionelle Festkörperlaser setzen nur rund drei Prozent der zugeführten elektrischen Energie tatsächlich in Licht um, der Rest ist Verlustwärme und muß abgeführt werden. „Mit dem Kühlsystem eines Zwei-Kilowatt-Festkörperlasers könnte man einen Swimmingpool heizen“, witzelt Dr. Andreas Tünnermann vom Laser Zentrum Hannover.

Diodenlaser dagegen bringen es auf 30 bis 40 Prozent Wirkungsgrad. Der Kühler paßt unter jeden Schreibtisch. Hochspannungsanlagen am Arbeitsplatz werden überflüssig: Im Gegensatz zu den „Dinosauriern“ kann der Diodenlaser mit Strom aus der 230-Volt-Steckdose betrieben werden – für mobile Anwendungen auch mit Batterien. Fraunhofer-Forscher Loosen ist daher um eine Prognose nicht verlegen: „Wegen ihrer Vorteile werden Diodenlaser in den nächsten Jahren den Lasermarkt revolutionieren“, so seine Überzeugung.

Auch Mediziner haben an den kompakten Lasern Gefallen gefunden. So entwickelt das Laser Zentrum Hannover ein etwa handygroßes Gerät, mit dem der Notarzt schon am Unfallort Hirnblutungen diagnostizieren kann. Seit zwei Jahren behandeln Mediziner der Universitäts-Augenklinik Tübingen im Rahmen von Studien bestimmte Formen des grünen Stars mit einem kleinen, zwei Watt starken Diodenlaser. Noch stehen einem breiteren Einsatz auch die Kosten im Wege: Licht aus Diodenlasern kostet derzeit rund 80 Mark pro Watt Ausgangsleistung. Das ist etwa das Preisniveau von Festkörperlasern. Doch werden die nach den Methoden der Chip-Industrie hergestellten Diodenlaser ein-mal in großen Stückzahlen produziert, läßt sich eine ähnliche Preisentwicklung wie in der Mikroelektronik voraussagen.

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In der Tat zeichnen sich Anwendungen ab, die das Potential zum Massenmarkt haben. „In spätestens fünf Jahren wollen wir den Handwerkermarkt erobern“, verkündet Dilas-Manager Marchiano. Elektriker und Installateure sollen dann mit kleinen Diodenlasern – Schutzvorrichtungen für die Augen vorausgesetzt – Elektrokabel verlöten oder Wasserrohre schweißen. Von dort aus wäre es nur noch ein kleiner Sprung zum Laserwerkzeug im Westentaschenformat. „Der Diodenlaser wird zum Alltagsprodukt“, ist auch Roland Diehl überzeugt. Ideen hat er bereits in der Schublade. Die eine, die er sich entlocken läßt, zielt auf einen Diodenlaser als Büchsenöffner – scharfe, verletzungsträchtige Metallkanten wären von da an passé.

Martin Pollack
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