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Espenholz filtert Umweltgifte aus Regenwasser

Zerkleinertes Espenholz entfernt Öl, Benzin und Ruß aus verschmutztem Oberflächenwasser von Autobahnen und Straßen. Das haben Forscher von der University of Rhode Island bei Laborversuchen herausgefunden. Praxistests sollen nun zeigen, ob sich das Material als Filter für Regenrückhaltebecken bewährt.

Starke Regenfälle spülen häufig große Mengen an Schadstoffen von der Fahrbahn in die Rückhalte- und Regenwassersammelbecken entlang von Straßen. Wie Thomas Boving und sein Team von der University of Rhode Island feststellten, verhindert der starke Zustrom von Regenwasser, dass sich die Umweltgifte in den Becken absetzen können. „Wenn die Fließgeschwindigkeit des Wassers in und aus dem Becken zu groß ist, beispielsweise bei einem Sturm, können sich die Schadstoffe nicht absetzen und gelangen in andere Gewässer“, so Boving.

Die Forscher suchten nach einem Material, das die Chemikalien im Wasser aufnimmt, bevor sie aus dem Becken fließen. Da sich Verschmutzungen leicht an organisches Material anlagern, leiteten die Forscher bei Laborversuchen Benzopyren über zermalenes Espenholz. Benzopyren, ein polyaromatischer Kohlenwasserstoff, gilt als krebserregend. Er entsteht bei der unvollständigen Verbrennung von organischem Material und wird in Kfz-Abgasen freigesetzt. Das Holz nahm 97 Prozent der Chemikalie auf.

Künftig könnte es zum Reinigen des Oberflächenwassers ausreichen, Regenrückhaltebecken mit einer bestimmten Menge an Holzschnitzeln zu füllen und diese regelmäßig auszutauschen, so Boving. Die neue Methode der Wasserreinigung hat nach Ansicht der Forscher Zukunft, da sie billig und nicht giftig ist. Weitere Versuche sollen Aufschluß geben, ob auch andere Holzsorten als Filter geeignet sind.

Almut Bruschke-Reimer
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