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EU-Studie bewertet Energiegewinnung: Atomkraft umweltfreundlicher als gedacht

Was kostet unser Strom wirklich? In der Regel deutlich mehr als bisher angenommen, berücksichtigt man die schädlichen Nebenwirkungen der Stromerzeugung auf Mensch und Umwelt. So lautet der aktuelle Stand eines EU-Forschungsprojektes, dem ein umfangreicher Datensatz zugrunde liegt: die Ergebnisse vieler Messungen in allen EU-Ländern über einen Zeitraum von zehn Jahren.

Die EU-Wissenschaftler haben Schäden an Mensch und Umwelt in harte Valuta umgerechnet und mit den reinen Produktionskosten verglichen. Resultat: Die sozio-ökologischen Nebenkosten für die Stromerzeugung aus Kohle sind genauso hoch wie die Produktionskosten. Bei der Gewinnung aus Gas schlagen die Nebenkosten mit immerhin 30 Prozent zu Buche.

Die Nebenkostenrechnung der Atomkraft als Elektrizitätsquelle fällt dagegen weit weniger umfangreich aus. Die Gründe: ein nur kleiner Einfluss auf die globale Erwärmung und eine geringe Unfallwahrscheinlichkeit in Europas Atomkraftwerken. Die Stromerzeugung aus Wind- und Wasserkraft steht im Bericht der EU-Wissenschaftler am besten da.

Allerdings berücksichtigt die Rechnung der EU-Forscher noch nicht alle Einflussgrößen. In einem Folgeprojekt sollen weitere Faktoren einbezogen werden, darunter die finanzielle Bewertung des Sterblichkeitsrisikos und weitere Folgen der Luft-, Wasser- und Bodenschäden, die bei der Stromgewinnung auftreten.

Andrea Hoferichter
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