Experten warnen: Radioaktives Material ehemaliger sowjetischer Generatoren kann für "dirty bombs" verwendet werden - wissenschaft.de
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Experten warnen: Radioaktives Material ehemaliger sowjetischer Generatoren kann für "dirty bombs" verwendet werden

Terroristen könnten radioaktives Material aus Generatoren aus der ehemaligen Sowjetunion zum Bau gefährlicher Streubomben verwenden. Davor warnt der Wissenschaftsjournalist Richard Stone im amerikanischen Fachmagazin „Science“ (Bd. 245, S. 777). Diese in Militärkreisen so genannten „dirty bombs“ besitzen keine große Sprengkraft, sondern sie verstreuen radioaktives Material auf bewohntem Gebiet und führen so zu dauerhaften Schäden.

Anlass der Warnung ist ein Bericht, nach dem Holzsammler in einem Wald in Georgien verschrottete Generatoren mit stark radioaktivem Material entdeckt und sich dabei starke Strahlenschäden zugezogen haben. Den Männern waren die zwei Kisten mit dem radioaktiven Material dadurch aufgefallen, dass diese Wärme abgaben und dadurch den Schnee zum Schmelzen brachten. Als willkommene Wärmequellen nahmen die Männer die Behälter mit in ihr Camp. Erst als ihnen übel wurde und sie durch die radioaktive Strahlung schwere Verbrennungen am Rücken bekamen, schöpften sie Verdacht.

Die von georgischen Behörden eingeschaltete Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien konnte ermitteln, dass die Behälter aus Generatoren stammten, in denen durch eine radioaktive Reaktion Wärme entwickelt wird. Mit dieser Energie konnten in abgelegenen Gegenden beispielsweise Sendeanlagen betrieben werden. Die Generatoren geben jedoch auch hohe Dosen gefährlicher Gammastrahlung ab.

Mehrere hundert solcher Geräte sollen in der Sowjetunion produziert worden sein, heißt es in dem Bericht in „Science“. Der Verbleib der meisten dieser Generatoren ist unbekannt. Experten der IAEA und Vertreter georgischer und russischer Behörden wollen am Montag (4. Februar) in Tiflis, der Hauptstadt Georgiens, über die Gefährdung durch das radioaktive Material beraten.

ddp/bdw ? Ulrich Dewald
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Ka|su|is|tik  〈f. 20; unz.〉 1 〈Rel.; Philos.; Stoa, Talmud, Scholastik, Jesuitenlehre〉 Lehre von bestimmten Einzelfällen innerhalb der Morallehre u. dem dafür richtigen Verhalten 2 〈Rechtsw.〉 Methode, einen Fall als Einzelfall nach den nur für ihn zutreffenden Tatbeständen zu beurteilen u. die allg. Rechtsvorschriften nicht dogmatisch, sondern modifiziert auf ihn anzuwenden ... mehr

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