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Forscher: Bushs Raketenabwehrsystem ist zum Scheitern verurteilt

Die Amerikanische Physikalische Gesellschaft hat in einer Studie eine der zentralen Komponenten des von Präsident Bush geplanten Raketenabwehrsystem für schlichtweg nicht durchführbar erklärt. Demnach könnten feindliche Raketen niemals kurz nach dem Start abgeschossen werden ? die verfügbare Zeitspanne ist zu kurz. Der National Missile Defense (NMD) widerfährt somit ein ebenso vernichtendes Urteil wie den „Star Wars“-Plänen von Ronald Reagan gegen Ende der achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts.

Die Studie der Amerikanischen Physikalischen Gesellschaft ? der größten wissenschaftlichen Vereinigung von Physikern in den USA ? gibt zwar keine offiziellen Empfehlungen. Wer jedoch genau hinschauen möchte, für den liegen die Schlussfolgerungen offen, so William Brinkman, einer der früheren Köpfe der Vereinigung. Feindliche Raketen können niemals kurz nach dem Start von Abfangraketen, den „interceptors?, abgeschossen werden.

Der Studie zufolge steht für das erfolgreiche Abfangen einer derartigen Rakete nur ein Zeitraum von etwa 100 Sekunden zur Verfügung. Die Abfangraketen müssten daher in unmittelbarer Umgebung der feindlichen Raketenstartanlagen aufgestellt werden. Dies ist aufgrund der geopolitischen Lage selbst für die USA nicht möglich.

Die Lage verkompliziert sich zudem dadurch, dass von den USA als Feinde eingestufte Staaten wie etwa Nordkorea damit begonnen haben, extrem schnelle, auf Festkörpertreibstoffen beruhende Raketen zu entwickeln. Selbst auf Flugzeugen angebrachte Laser könnten solche Raketen nicht abschießen.

Stefan Maier
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