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Forscher entdecken mysteriöses neues Elementarteilchen

Eine Gruppe japanischer Wissenschaftler hat bei Untersuchungen von Zusammenstößen zwischen Elektronen und Positronen Anzeichen eines neuartigen Elementarteilchens entdeckt. Das von den Forschern auf den Namen „X(3872)“ getaufte Teilchen der Klasse der Mesonen besitzt eine Masse von etwa 3.872 Megaelektronenvolt und ist damit viel schwerer als von Theorien vorausgesagt. Darüber berichtet das Forscherteam in einer auf dem Los Alamos Preprint-Server vorab veröffentlichten Arbeit.

Dem Team um Stephen Olsen vom KEK Laboratorium zu Folge könnte die große Masse von Meson X durch eine modifizierte „starke Kraft“ ? eine der vier Grundkräfte der Natur ? erklärt werden. Die Entdeckung würde damit neue Hinweise auf eine Elementarteilchenphysik jenseits des Standardmodells mit sich bringen. Diese in den sechziger und siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts aufgestellte Theorie versucht, drei der vier Grundkräfte der Natur in einer einheitlichen Form darzustellen.

Meson X könnte allerdings auch aus vier Quarks zusammengesetzt sein. Etablierten Theorien zu Folge bestehen zwar alle aus Quarks bestehenden Elementarteilchen entweder aus zwei oder drei Quarks. Verschiedene Forschergruppen haben aber in den letzten Jahren Anzeichen für Teilchen aus vier oder sogar fünf Quarks gefunden.

Was letztlich hinter der großen Masse des neuen Teilchens steckt, ist bisher noch unklar. In einem größeren Rahmen betrachtet stellt die Arbeit der Japaner allerdings einen weiteren Baustein auf dem Weg zu einer neuen Theorie der Elementarteilchen und damit letztlich der Grundkräfte der Natur dar.

Stefan Maier
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