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Forscher: Frei erhältliche Quelltexte verbessern die Qualität von Computerprogrammen

Zwei britische Wissenschaftler haben die Dynamik der Fehlerbereinigung von Computerprogrammen ? des so genannten Debuggings ? analysiert. Ihrer Studie zufolge können Programmierfehler schneller beseitigt werden, wenn der Quellcode des betreffenden Programms frei erhältlich ist. Grund dessen ist vor allem ein reger Gedankenaustausch zwischen den Programmierern und den Benutzern der Software, der die Auslieferung immer weiter verbesserter Versionen in Abständen von oftmals nur wenigen Wochen ermöglicht.

Die Ergebnisse der von Damien Challet und Yann Le Du von der Universität von Oxford durchgeführten Analyse dürfte Enthusiasten von „open-source“ Software, deren Quellcode ohne Lizenzgebühren beim Erwerb des Produkts erhältlich ist, nicht überraschen. In der Tat erfreuen sich entsprechende Betriebssysteme wie etwa das im Jahr 1991 entwickelte Linux einer immer größeren Beliebtheit. Neuesten Schätzungen zu Folge setzen weltweit etwa 18 Millionen Menschen dieses alternative Betriebssystem ein.

Für viele Benutzer ist die freie Verfügbarkeit des Quellcodes von Programmen ein Eckstein ihrer Computerphilosophie, was oftmals sachliche Diskussionen über das für und wider von open-source erschwert. Die Studie der Oxforder Gruppe zeigt nun allerdings, dass die Qualität von open-source Programmen in der Tat schneller verbessert werden kann als die von herkömmlichen Programmen, deren Quellcode nur einer kleinen Zahl von hochausgebildeten Programmierern bekannt ist.

Um den Prozess der Fehlerbereinigung untersuchen zu können, nahmen die Forscher in ihrem Modell eine begrenzte Zahl von Nutzern sowie Programmierern an. Die Benutzer teilten dabei von ihnen entdeckte Fehler, so genannte Bugs, dem Programmierteam mit, welches diese daraufhin korrigierte.

Ein Grund für die Überlegenheit des freien Quellcodes liegt wohl darin, dass die Programmierer verbesserte Versionen ihres Programms schneller an die Kunden weiterreichen können ? im Gegensatz zu den Versionszyklen von oftmals mehreren Jahren bei herkömmlichen Programmen. Challet und Le Du zu Folge dauert die Fehlerbereinigung eines Programms umso länger, je größer der zeitliche Abstand zwischen den Folgeversionen ist. Bei open-source Software hingegen finden fortwährende Rückkopplungsprozesse zwischen den Nutzern und den Programmierern statt.

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Stefan Maier
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