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Forscher: Klimaerwärmung gefährdet Artenvielfalt heute stärker als früher

Die aktuelle globale Erwärmung bedroht die Artenvielfalt im Tierreich viel stärker als alle vorangegangenen ? obwohl der Temperaturanstieg vergleichbar ist. Viele Tiere können sich wegen der starken Zersiedelung großer Landstriche nicht mehr in andere Lebensräume zurückziehen, um die Klimaveränderung auszugleichen. Das berichtete der Biologe Johannes Foufopoulos von der Michigan-Universität auf dem Jahrestreffen der ökologischen Gesellschaft Amerikas in Savannah.

In der Vergangenheit führten Klimaveränderungen immer wieder dazu, dass sich Tierarten aus ihrem angestammten Lebensraum zurückzogen und neue Bereiche besiedelten, in denen die klimatischen Bedingungen für sie erträglicher waren. So konnte das Überleben der Art garantiert werden. Den ursprünglichen Lebensraum übernahmen andere Arten, die besser an die neuen Bedingungen angepasst waren.

In der modernen Welt seien diese Rückzugsmöglichkeiten für viele Tierarten jedoch stark eingeschränkt, so Foufopoulos. Straßen, Gebäude und Industrieanlagen durchzögen die Landschaft und versperrten Wege in neue Lebensräume. Foufopoulos befürchtet, dass diese Zersiedelung für einige Spezies den Untergang bedeuten könnte. Lediglich überaus mobile Arten wie etwa Vögel und Schmetterlinge hätten die Möglichkeit, auch über menschliche Bauwerke hinweg weiterhin neue Lebensräume zu erschließen.

Der Biologe begründet seine Warnung mit Studien von Mittelmeerinseln und deren Tierwelt, die er zusammen mit Kollegen von der Universität von Wisconsin durchgeführt hatte. Reptilien, die am Ende der letzten Eiszeit auf kleinen, vom Festland abgeschnittenen Inseln lebten, hatten demnach deutlich schlechtere Überlebenschancen als ihre Artgenossen auf dem Festland, als sich die Temperatur wieder erhöhte. Auch ist die Artenvielfalt auf den Inseln heute deutlich geringer, da der freigewordene Lebensraum wegen der geografischen Isolation nicht von anderen Arten besetzt werden konnte.

ddp/bdw ? Ilka Lehnen-Beyel
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