Fußgänger brachten Brücke in London zum Schwanken - wissenschaft.de
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Fußgänger brachten Brücke in London zum Schwanken

Die Londoner Millennium-Bridge wird nach monatelanger Sanierung am 22. Februar erstmals wieder für die Öffentlichkeit freigegeben. Das berichtet das Wissenschaftsmagazin „New Scientist“. Da sie bedrohlich schwankte, war die grazile Hängebrücke schon drei Tage nach ihrer Eröffnung im Juni 2000 gesperrt worden.

Statiker der Firma Ove Arup + Partners stellten nach umfangreichen Untersuchungen inzwischen die Ursache für das ungewöhnliche Schwingungs-Phänomen fest: Offensichtlich lässt eine leichte Seitwärtsbewegung der Brücke Passanten beim Überqueren in eine Art Gleichschritt verfallen. Die Schaukelbewegung der Brücke beginnt mit ganz geringen durch Wind oder Menschen ausgelösten Schwingungen. Das leichte Wackeln verleitet Fußgänger offensichtlich dann dazu, weiter ausgreifende Schritte zumachen, als ob sie sich in einem fahrenden Zug bewegten.

Marschieren immer mehr Fußgänger im Takt, beginnt die Brücke horizontal zu schwingen. Die zunehmende Schwingung bringt immer mehr Passanten dazu, ihre Gehweise zu ändern – ein Teufelkreis beginnt. Am Eröffnungstag mit Tausenden von Touristen hatte sich die Brücke derart aufgeschaukelt, dass manchen Besuchern übel würde.

Um die Bewegungen abzufedern, installierten die Ingenieure inzwischen 91 Stoßdämpfer. Sie sollen die Horizontalschwingung stoppen und verhindern, dass sich die Brücke beim Betreten auf- und nieder bewegt. Neben Laborversuchen ließen die Statiker in einem großangelegten Test 2.000 Menschen auf dem Brückensteg hin- und herlaufen. Sensoren überwachten dabei das Schwingungsverhalten. Es liegt inzwischen weit unter den geforderten Werten, so Statiker Pat Dallard.

Die Millennium-Bridge überspannt die Themse mit einer Breite von 325 Metern und verbindet das Londoner Finanzviertel mit dem neuen Kunstmuseum New Tate Modern Gallery.

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Almut Bruschke-Reimer
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