Glasklare Leuchtfolien - wissenschaft.de
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Glasklare Leuchtfolien

Polymere, die sich elektrisch zum Leuchten bringen lassen, gelten als Hoffnungsträger für neuartige Displays und Beleuchtungselemente. Die Vorteile der OLEDs (organisches Licht emittierende Dioden), die aus solchem organischen Material bestehen: Sie sind extrem dünn, leuchtstark, lassen sich kostengünstig und energiesparend betreiben – und prinzipiell fast beliebig biegen und verformen. Die bislang verfügbaren, meist in Handys, Autoradios oder Digitalkameras steckenden Bildschirme aus leuchtenden Polymeren sind jedoch recht klein, starr – und undurchsichtig.

Wissenschaftlern vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung (IAP) in Potsdam ist es nun gelungen, transparente Anzeigeelemente aus OLEDs zu bauen. „Möglich wurde das durch eine neue Art von Metallelektroden, die die Polymerschicht mit elektrischem Strom versorgt“, sagt Armin Wedel, Physiker und Forscher am IAP. Der Trick liegt im Aufbau der OLEDs: „Bisher waren sie zu dick, um Licht in nennenswertem Umfang passieren zu lassen“, erklärt Wedel. „Macht man sie andererseits zu dünn, leidet die elektrische Leitfähigkeit und damit die Leuchtstärke und Lebensdauer der Displays.“ Durch die neuartigen Elektroden konnten die Forscher dieses Problem lösen.

OLEDs bestehen aus mehreren übereinander liegenden dünnen Schichten. Eine oder mehrere Schichten aus organischem Material sind zwischen zwei Elektroden eingebettet. Wird an diese eine elektrische Spannung angelegt, leuchtet das Polymer.

Schon im Sommer 2005 hatte die US-Firma Universal Display das erste transparente OLED vorgestellt. Helligkeit, Lebensdauer und Wirkungsgrad des nun von den IAP-Forschern entwickelten durchsichtigen Bildschirms sind so hoch, dass bereits erste kommerzielle Anwendungen für diese Technologie absehbar sind. Die durchsichtigen flachen Anzeigeelemente könnten mit herkömmlichen Displays kombiniert werden, um zusätzliche Funktionen oder Warnhinweise – etwa als leuchtende oder blinkende Symbole – direkt in einen OLED-Schirm zu integrieren. Große transparente OLEDs können zwischen Verbundglas gebracht werden, um aus einer Autoscheibe oder einer Glasfassade eine Anzeigetafel zu machen, die den Durchblick kaum stört.

Der Markt für organische Leuchtdioden entwickelt sich rasant. 2005 wurden damit weltweit rund 550 Millionen Euro umgesetzt – fast 60 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Zahl der verkauften Displays hat sich mit 67 Millionen gegenüber 2004 sogar verdoppelt.

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