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Gravitationslinsen lassen Quasare heller erscheinen

Bis zu einem Drittel der weit entfernten Quasare erscheinen uns möglicherweise heller, als sie tatsächlich sind. Der Grund: Galaxien zwischen den Quasaren und der Erde wirken als Gravitationslinsen und verstärken das Licht der Himmelsobjekte. Das schreiben Abraham Loeb und Stuart Wyithe von der Harvard Universität (Massachusetts) in der Fachzeitschrift Nature (Band 417, S.923-925).

Quasare sind die hellsten Himmelskörper. Man vermutet, dass es sich dabei um gigantische Schwarze Löcher im Zentrum von Galaxien handelt, die Gaswolken in ihren Schlund ziehen. Auf dem Weg zum Zentrum heizt sich das Gas durch Reibung auf mehrere Millionen Grad auf. Der kosmische Glutofen erzeugt die intensive Strahlung. Dabei gilt annähernd: Je größer die Masse des Schwarzen Lochs, desto heller der Quasar.

Die theoretischen Berechnungen von Loeb und Wyithe erklären möglicherweise eine verwirrende Entdeckung des Sloan Digital Sky Surveys (SDSS), einem umfangreichen Programm zur Erfassung der Himmelsobjekte. Das SDSS beobachtete im letzten Jahr äußerst helle Quasare, die sich vermutlich bereits eine Milliarde Jahre nach dem Urknall gebildet hatten. Das folgerten die Wissenschaftler aus der starken Rotverschiebung des Lichts der Himmelskörper. Sie entsteht, wenn sich strahlende Himmelskörper schnell von uns fort bewegen ? beispielsweise, wenn sie kurz nach der Geburt des Universums entstanden sind und sich seitdem mit zunehmender Geschwindigkeit von uns entfernt haben.

Die Entdeckung führte die Wissenschaftler zu einem Widerspruch: Die Helligkeit der Quasare deutete auf massive Schwarze Löcher in ihren Zentren hin. Nach den Modellen der Astronomen konnten sich aber solche Ungetüme nicht innerhalb einer Milliarde Jahre nach dem Urknall gebildet haben. Abraham Loeb und Stuart Wyithe erklären nun das Phänomen – als eine „optische Täuschung“.

Florian Sander
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