Handynetz schlägt Wetterradar - wissenschaft.de
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Handynetz schlägt Wetterradar

Die Mobilfunknetze sind ideale Instrumente zur Messung von Niederschlägen, sagen Forscher aus Israel. Der Regen dämpft die von den einzelnen Sendemasten ausgesandten Funksignale, so dass sich aus dieser Abschwächung die Stärke und der Ort des Regens ablesen lassen. Da besonders in den Städten die Dichte von Sendern sehr hoch ist, ergibt sich ein engmaschiges Messnetz, das sehr präzise Messungen ermöglicht. Diese können durchaus mit der Niederschlagsmessung mit Regenmessern oder mit einem Wetterradar mithalten, erklären die Wissenschaftler.

Die Wissenschaftler um Hagit Messer erprobten ihre Idee am Beispiel eines Regentages in Israel im Januar 2005. Sie verglichen die Werte, die Wetterkundler auf einem insgesamt etwa 21 Quadratmeter großen Gebiet mit gewöhnlichen Regenmessern gesammelt hatten mit ihren Messergebnissen, die sie aus den Sendedaten eines israelischen Mobilfunkanbieters ermittelt hatten. Dabei stellten sie eine sehr gute Übereinstimmung fest. Die Genauigkeit der Daten war sogar noch deutlich höher als die von Vergleichsmessungen mit einem Wetterradar. Ein solches auch Niederschlagsradar genanntes Gerät sendet Mikrowellen aus und kann aus der von den Regentropfen zurückgeworfenen Strahlung die Dichte des Niederschlags bestimmen.

Damit sei die Niederschlagsmessung mithilfe des Mobilfunknetzes eine gute Ergänzung oder sogar Alternative zu herkömmlichen Verfahren, schreiben die Forscher. Die erforderlichen Daten sind von den Netzbetreibern leicht zu ermitteln und die Senderdichte ist vielerorts sehr hoch. So seien nicht nur billige, sondern auch sehr genaue Regenmessungen mit einer räumlichen Auflösung von durchschnittlich ein bis drei Kilometer und in Echtzeit möglich, erklären Messer und ihre Kollegen. Das Verfahren eigne sich nicht nur zur Messung von Regenfällen, sondern auch für die Bestimmung der Konzentration von Schnee, Hagel, Nebel, Graupel und sogar Staub in der Luft.

Hagit Messer ( Universität in Tel Aviv) et al.: Science, Bd. 312, S. 713 ddp/wissenschaft.de ? Ulrich Dewald
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