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Herstellung der Elemente 118 und 116 war Betrug

Die im Jahre 1999 vom Lawrence Berkeley National Laboratory in Kalifornien publizierte Herstellung der superschweren Elemente 116 und 118 hat sich als Betrug erwiesen. Die Untersuchung der Vorfälle führte bisher zur Entlassung eines Wissenschaftlers. Dies gab ein Sprecher des Laboratoriums auf einer Pressekonferenz bekannt. Forscher der deutschen Gesellschaft für Schwerionenforschung in Darmstadt haben zudem herausgefunden, dass der betreffende Wissenschaftler auch bei der Herstellung der Elemente 110 und 112 Daten gefälscht hat.

Der Wissenschaftler Victor Ninov, der für die Analyse der bei der Erzeugung der Elemente aufgetretenen Zerfallsketten verantwortlich war, wurde im Mai dieses Jahres in Berkeley entlassen. Damit musste das Laboratorium die mit viel Pressewirbel angekündigte Herstellung der Elemente 116 und 118 zurückziehen.

Nach Aussagen eines Sprechers der Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) in Darmstadt ? nun wieder Rekordhalter bei der Herstellung superschwerer Elemente ? hat Ninov auch bei der Herstellung der Elemente 110 und 112 angefallene Zerfallskettendaten gefälscht. Zu der fraglichen Zeit war er an der GSI beschäftigt gewesen. Die Fälschung hat sich allerdings als unnötig erwiesen, da die Darmstädter Forscher bereits genügend Daten zum Beweis der erfolgreichen Herstellung der superschweren Atomkerne gesammelt hatten. Die Institutsleitung spekuliert daher auf eine Profilierungssucht des geschassten Ninov.

Die Herstellung superschwerer Elemente lässt sich aufgrund ihrer kurzen Lebensdauer zumeist nur über so genannte Zerfallsketten ? eine Analyse der beim Zerfall der Atomkerne auftretenden Bruchstücke ? nachweisen. Bis zum Ende der 90er Jahre war die GSI unangefochtener Spitzenreiter in der Herstellung der superschweren Kerne. Daher kam die Ankündigung des Erfolgs der Berkeley Forscher als Schock für die Fachwelt ? zumal deren Ergebnisse sich in den folgenden Jahren nicht reproduzieren ließen. Die Elemente 116 und 118 sind daher nun wieder in die Computer der Kernphysiker verschwunden.

Das Bekanntwerden dieses Betrugsfalles kommt in einer für die Physik in den Vereinigten Staaten kritischen Zeit. Alle Augen richten sich derzeit auf die Bell Laboratorien des US-Telekommunikationsgiganten Lucent Technologies. Dort stehen kritische Pionierarbeiten des deutschen Jungforschers Jan Hendrik Schön in den Bereichen der Molekularen Elektronik und der organischen Hochtemperatursupraleiter unter Betrugsverdacht. Sollte das inzwischen eingesetzte Expertenkomitee in seinem im Herbst erwarteten Abschlußbericht den Betrugsverdacht bestätigen, wäre dies einer der größten Verstöße gegen die Wissenschaftsethik überhaupt und ein schwerer Schlag für die Bell Laboratorien, die in den letzten Jahrzehnten unter anderem die Herstellung des Transistors, des Lasers sowie einiger Hochtemperatursupraleiter bewerkstelligt hatten.

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Stefan Maier
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