Holz aus der Spritzgussform - wissenschaft.de
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Holz aus der Spritzgussform

Flüssigholz ist eine Mischung aus Pflanzenfasern, Harzen oder einem der Hauptbestandteile des Holzes, dem Lignin. A. Burkhardt-Karrenbrock und R. Burk von der Fachhochschule Kaiserslautern und S. Seegmüller von der Forstlichen Versuchsanstalt Rheinland-Pfalz erläutern die Bedeutung dieses neuen, aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellten, Materials in der neuesten Ausgabe des Fachmagazins „Holz als Roh- und Werkstoff“.

Arboform ist einer dieser neuartigen Werkstoffe. Er besteht aus einer Mischung von Pflanzenfasern und Lignin. Wird diese Mischung erhitzt, wird sie zähflüssig und kann in Spritzgussformen gespritzt oder auch durch Düsen zu Profilen gepresst werden. Da die Mischung bei der Verarbeitung flüssig ist, bezeichneten die Wissenschaftler den neuen Werkstoff als „Flüssigholz“. Nach der Aushärtung wirken die Pflanzenfasern wie der Stahl im Stahlbeton – sie geben den Formteilen ihre Zug – und Biegefestigkeit. Diese Festigkeiten sind zwar geringer als beim Holz, Arborform hat aber einen anderen Vorteil: Bei Temperaturänderungen dehnt und schrumpft es nur wenig und eignet sich deshalb beispielsweise als Trägermaterial für die Edelfurniere auf Armaturenbrettern von Autos. Hier treten oft Probleme auf, weil sich echtes Edelfurnier bei starken Temperaturänderungen von den bisher verwendeten Trägermaterialien löst. Auch Gehäuse für Handys, Fernseher oder Computer können aus Arboform hergestellt werden.

Ein anderes „flüssiges Holz“ ist Fasal. Hier werden die Fasern des Holzes in Form von Spänen oder Holzmehl eingesetzt. Die Fasern werden dann mit Harzen, Proteinen und anderen Hilfsstoffen vermischt, erhitzt und ebenfalls gepresst. Fasal lässt sich wie Holz lackieren oder furnieren und wird in der Möbelindustrie, Spielzeugindustrie oder für Sportartikel eingesetzt.

Ralf Möller
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