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Technik|Digitales

Jetlag nach Plan

US-Forscher haben eine Software entwickelt, die beim Kampf gegen den Jetlag helfen soll: Auf der Basis verschiedener Daten wie etwa der aktuellen Helligkeit und der Anzahl übersprungener Zeitzonen errechnet das Programm einen Zeitplan für die optimale Tagesaufteilung, einschließlich der Zeiten, in denen sich der Betroffene gezielt hellem Licht aussetzen sollte. Auf diese Weise soll es gelingen, die aus dem Takt geratene innere Uhr möglichst schnell an die tatsächliche Zeitzone anzupassen und die unangenehmen Auswirkungen des Jetlags zu verhindern, ohne den geplanten Tagesablauf zu sehr zu beeinträchtigen.

Wenn die innere Uhr und die tatsächliche Zeit, speziell der Hell-Dunkel-Zyklus, beispielsweise nach einem Transatlantikflug nicht mehr synchron laufen, geraten viele Regelsysteme des Körpers durcheinander. Die Folgen können unter anderem Probleme beim Schlafen, Verdauungsstörungen, kognitive Schwierigkeiten und Verhaltensveränderungen sein. Eine wirksame Gegenmaßnahme ist das gezielte Verändern der Lichtverhältnisse, speziell der Einsatz sehr heller Tageslichtlampen.
Wie effektiv diese Methode ist, hängt dabei allerdings von einer ganzen Reihe von Faktoren ab, darunter die Wellenlänge der Lichts, die Lichtintensität, die Dauer der Bestrahlung und ? vor allem ? ihr Timing.

Das Problem: Der Einfluss der einzelnen Faktoren auf die Synchronisierung innerer und äußerer Uhr ist nicht linear. So kann zum Beispiel eine Bestrahlung von anderthalb Stunden 75 Prozent des Effekts haben, den eine sechseinhalbstündige Lichtexposition hätte, obwohl es sich um weniger als ein Viertel der Zeit handelt. Daher ist es laut den Forschern praktisch unmöglich, einfache allgemeingültige Empfehlungen für diese Bestrahlungen zu entwickeln. Das neue Programm berücksichtigt hingegen auch die komplexen Abhängigkeiten. Es basiert auf einem mathematischen Modell des Schrittmachers der inneren Uhr, mit dem sich die mögliche Wirkung eines bestimmten Bestrahlungsplans relativ genau simulieren lässt, inklusive der Frage, wie stark sich die Leistungsfähigkeit erhöht.

Vor allem jedoch, das betonen die Forscher mehrmals, orientiert sich die Software beim Berechnen der Tagespläne am vom Nutzer vorgegebenen Zeitplan, etwa feststehenden Arbeitszeiten oder anderen Terminen, die nicht verschoben werden können. Sie werden so in den Plan integriert, dass die Bestrahlungsperioden den höchstmöglichen Nutzen erzeugen, selbst wenn Arbeit oder Schlaf nicht optimale an die innere Uhr angepasst werden können. Als nächstes wollen die Forscher ihr Programm jetzt optimieren und es auch für andere Gegenmittel als Licht ? Koffein, kurze Nickerchen oder die Einnahme von Melatonin ? einsetzen. Ob und wenn ja, wann es auf dem Markt verfügbar sein wird, dazu machen sie noch keine Angaben.

Dennis Dean II. (Brigham & Women’s Hospital, Boston) et al.: PLoS Computational Biology, Bd. 5, Artikel e1000418 ddp/wissenschaft.de ? Ilka Lehnen-Beyel
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