Kernfusion light - wissenschaft.de
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Kernfusion light

Eine Gruppe russische Physiker hat mittels eines starken Laserblitzes eine Kunststoffkugel auf mehr als eine Milliarde Grad Celsius erhitzt. Wurde der Kunststoff zusätzlich mit Bor-Atomen versetzt wurde, so verschmolzen diese mit Protonen des Kunststoffes. Diese Kernfusion erzeugt im Gegensatz zu der bekannteren Verschmelzung von Deuterium und Tritium keine Neutronen und somit keine radioaktiven Abfallprodukte.

Obwohl die Kernfusion im Gegensatz zu der in Atomkraftwerken eingesetzten Kernspaltung nur eine geringe Menge von Abfallprodukten erzeugt, ist sie dennoch nicht vollkommen frei von radioaktiven Nebenprodukten. Dies hängt damit zusammen, dass durch das Verschmelzen von Deuterium und Tritium Neutronen freigesetzt werden, die in den Wänden des Fusionsreaktors radioaktive Isotope erzeugen.

Vadim Belyaev und seine Kollegen vom Zentralinstitut für Maschinenforschung in Koralev haben nun mithilfe eines extrem energiereichen Laserblitzes eine Kernfusion zwischen Protonen und in Kunststoff eingebetteten Bor-Atomen ausgelöst, die keine Neutronen freisetzt. Die Kernreaktion ist somit praktisch frei von radioaktiven Nebenprodukten.

Leider kann diese Fusion nicht ohne weiteres in einem Fusionsreaktor zur Erzeugung von Energie eingesetzt werden, da der zur Erhitzung der Probe benötigte Laser selbst eine große Menge Energie benötigt. Als „sauberer“ Energiequelle der Zukunft sei demnach der in Forschungsreaktoren bereits eingesetzten Deuterium-Tritium-Fusion der Vorzug zu geben, so die Forscher. Sie hoffen allerdings, dass ihr Erfolg neue Studien auf dem Gebiet der durch Laserstrahlen ausgelösten Fusion einleiten wird.

Physical Review E (Band 72, Artikel 026406)

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Stefan Maier
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