Kriechender Roboter - wissenschaft.de
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Kriechender Roboter

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Foto: Harvard University
Ein neuer Roboter, der nicht nur optisch einem Seestern ähnelt, sondern sich auch wie das Meerestier kriechend fortbewegt? Spitzengeschwindigkeiten sind damit zwar nicht zu erreichen. Dafür kann der flexible Winzling aber so manches Hindernis überwinden, das seine metallenen Artgenossen scheitern lässt.

Nicht nur das Äußere, sondern auch die Art der Fortbewegung des nur wenige Zentimeter großen Roboters haben sich die Wissenschaftler um Robert Shephard von der Harvard University von wirbellosen Meerestieren abgeschaut: Das Gerät aus weichem Gummi besitzt vier Beine und lässt sich mit wellenförmigen Bewegungen steuern. Über Luftschläuche pusten die Forscher einzelne Beine auf, so dass diese angehoben werden. Passiert dies abwechselnd mit den Hinter- und Vorderbeinen, robbt der Roboter nach vorne.

Ein weiterer Luftschlauch betreibt den Rumpf des weichen Gefährts. Wird er aufgebläht, können die Beine einzeln bewegt werden, und der Roboter scheint sogar fast zu laufen. Allerdings müssen dabei immer drei Beine auf dem Erdboden bleiben, da der Winzling sonst das Gleichgewicht verliert.

Diese Art der Fortbewegung führt nicht unbedingt zu Spitzengeschwindigkeiten ? der neuartige Roboter kann in einer Stunde maximal 92 Meter zurücklegen. Dafür kann er aber Hindernisse überwinden, an denen metallene Artgenossen, die mit Rädern angetrieben werden, scheitern. Beispielsweise kann der 15 Zentimeter lange Roboter sich unter einem nur zwei Zentimeter engen Hindernis hindurchschieben. Zwar ist er im Ruhezustand nur einen knappen Zentimeter hoch, um sich fortzubewegen richtet er sich im Normalfall aber einige Zentimeter auf.

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Die US-Forscher betonen, dass der bewegliche Apparat nicht bisherige Entwicklungen ersetzen kann, sondern vielmehr neue Anwendungsgebiete eröffnen soll. Vorteile seien neben einer umweltfreundlichen Produktion die einfache Steuerung und die im Vergleich zu seinen metallenen Verwandten günstige Herstellung. Die hohe Mobilität habe allerdings auch einen Preis, räumen die Wissenschaftler ein: Die weiche Haut kann leicht beschädigt werden. Außerdem eigne sich das bislang verwendete Material nicht dafür, etwas zu transportieren.

Robert Shepherd (Harvard University, Cambridge) et al.: PNAS, Online-Vorabveröffentlichung, doi: 10.1073/pnas.1116564108 © wissenschaft.de ? Marion Martin
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