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Neutrinos flirten mit Acceleronen (falls sie existieren)

Eine Gruppe von Physikern der Universität von Washington glaubt, einen Zusammenhang zwischen Neutrinos und der mysteriösen Beschleunigung der Ausdehnungsrate des Universums entdeckt zu haben. Demnach führt die Wechselwirkung der Neutrinos mit einem bisher unentdeckten Elementarteilchen zu einer Kraft, die das Universum immer schneller auseinander treibt. Die Theoriearbeit der Forscher wird in den nächsten Wochen in den Physical Review Letters veröffentlicht werden.

Ann Nelson und ihre Kollegen haben schon einen Namen für das neue Teilchen, das ihrer Theorie zu Folge mit den Neutrinos eine Wechselwirkung eingehen soll: „Acceleron“, vom Englischen für Beschleunigung (acceleration). Der Clou dieser Teilchen besteht unter anderem darin, dass sie mit gewöhnlicher Materie viel schwächer interagieren als mit Neutrinos.

Da die Ausdehnung des Universums die Neutrinos auseinander treibt, würde die durch die Acceleronen ausgelöste Kraft diese Beschleunigung gewissermaßen antreiben, so Nelson. Die mysteriöse Dunkle Energie sei demnach nichts weiteres als eine Manifestation der Acceleron-Neutrino-Wechselwirkung.

Auch wenn dies alles sehr kompliziert und vielleicht auch konstruiert klingen mag, glauben die Forscher, dass einige ihrer Vorhersagen schon bald mit Experimenten an den weltweit stationierten Neutrinodetektoren überprüft werden könnten. Nelson weist zudem daraufhin, dass sich so gewissermaßen kosmologische Modelle im Labor untersuchen lassen würden.

Neutrinos zeigen praktisch keine Wechselwirkung mit gewöhnlicher Materie und weisen nur eine verschwindend kleine Masse auf. Sie werden zum größten Teil in den Kernfusionsprozessen von Sternen erzeugt, und unser Körper wird pro Sekunde von mehr als einer Milliarde dieser Teilchen durchflogen.

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Stefan Maier
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