"Robo Brain" zapft das Internet an - wissenschaft.de
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„Robo Brain“ zapft das Internet an

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Logo des Projekts "Robo Brain". © Cornell University 2014
Sie zeigen bereits beeindruckende Leistungen, sind aber immer noch recht dumm – was man Robotern nicht einprogrammiert hat, kapieren sie nicht. Das wollen US-Forscher nun ändern: Ihr Projekt „Robo Brain“ soll Robotern mehr Verstand verschaffen. Das Computersystem wertet automatisch öffentlich zugängliche Informationen aus dem Internet aus und verwandelt sie in eine Informations-Datenbank, die wie ein zentraler Roboter-Verstand fungieren kann: Ist ein Roboter mit einem unbekannten Objekt oder einer neuen Situation konfrontiert, kann er sich mit „Robo Brain“ vernetzen und Handlungsanweisungen erhalten.

Ein Mensch weiß: Tassen befinden sich meist in Schränken, man kann etwas in sie hinein füllen und dann müssen sie vorsichtig bewegt werden. Solche Informationen über Gegenstände des täglichen Lebens sind in unserem Gehirn abgespeichert und ermöglichen uns sinnvolles Verhalten. Damit Roboter zu effektiven Helfern im Haushalt, oder in der Industrie werden können, müssen sie ebenfalls Zugang zu solchen Informationen erhalten und lernen, wie sich Menschen verhalten. Genau das soll „Robo Brain“ zukünftig ermöglichen, berichten die Forscher um Ashutosh Saxena von der Cornell University in Ithaca auf der Science and Systems Conference in Berkeley.

Internet-Daten bilden Roboter-Verstand

Es handelt sich bei Robo Brain um ein Computersystem, das sich automatisch öffentlich zugängliche Video-, Bild- und Text-Informationen aus dem Internet zieht und diese dann verarbeitet, berichten die Forscher. Aus den kombinierten Informationen kann das System Erkennungsmerkmale von Gegenständen ermitteln sowie erfassen, welche Begriffe Menschen für sie benutzen und wie sie sich im Zusammenhang mit den Objekten verhalten. Es kann beispielsweise lernen, wie verschiedene Arten von Mützen aussehen können und wie sie aufgesetzt werden, wie weit entfernt Menschen durchschnittlich vor einem Fernseher sitzen und welche Sitzhaltungen sie dabei einnehmen und so weiter.

Prinzipiell ähnelt das System dem Lernverhalten des Menschen und auch unserer modernen Informationsbeschaffung, sagen die Forscher: „Mit Computern und Smartphones haben wir Zugang zu einer enormen Vielfalt an Informationen. Wenn nun ein Roboter mit einer Situation konfrontiert ist, die er nicht versteht, wird er Robo Brain befragen können“, so Saxena.

 

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Die Forscher haben für das Projekt unter http://robobrain.me eine Website eingerichtet, auf der man Informationen rund um Robo Brain findet und auch erfahren kann, was das System gerade gelernt hat. Die Nutzer sind den Wissenschaftlern zufolge eingeladen, Kommentare und Anregungen abzugeben, die der Entwicklung des Systems dienlich sein könnten. Auf der Startseite wird der Besucher begrüßt: „Hallo ich bin Robo Brain. Ich durchsuche das Internet, um Konzepte zu lernen…“

 

 

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Quelle:

© wissenschaft.de – Martin Vieweg
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