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So funktioniert's

Was steckt hinter der 3D-Brille

Unsere beiden Augen sehen die Umwelt aus unterschiedlichem Blickwinkel, das heißt, jedes sieht ein etwas anderes Bild. Der Daumen an der ausgestreckten Hand erscheint im Bild des linken Auges weiter rechts vor dem entfernten Hintergrund als im Bild des rechten Auges – die Grundlage für unseren räumlichen Sinneseindruck, daß der Daumen nah ist und die Landschaft fern. Diesen kleinen Unterschied in den beiden Bildern macht man sich zunutze, um zweidimensionalen Abbildungen des Raumes die dritte Dimension, die Tiefe zu geben.

Fotografiert man zum Beispiel eine Landschaft mit einem Baum im Vordergrund aus zwei verschiedenen Blickwinkeln – so wie unsere Augen aus zwei Richtungen schauen -, entstehen zwei Bilder mit leichten Verschiebungen. Sorgt man nun dafür, daß unser linkes Auge nur das Bild der linken Kamera und das rechte Auge nur das Bild der rechten Kamera sieht, imitiert man exakt die Situation, als ob wir die Landschaft original sehen, also mit räumlicher Tiefe.

Dazu wird das linke Bild statt in Schwarz-Weiß in Grün-Weiß dargestellt, das rechte in Rot-Weiß. Beide Bilder werden so auf die gleiche Fläche gedruckt, daß der Hintergrund paßgenau aufeinanderliegt. Der Baum im Vordergrund erscheint nun zweifach nebeneinander: weiter links in Rot, rechts daneben in Grün.

Betrachtet man jetzt das Doppelbild durch zwei Farbfilter, ein rotes für das linke Auge, ein grünes für das rechte, sieht jedes Auge nur das Bild, das zuvor eine Kamera an der Stelle des Auges aufgenommen hatte. Wir meinen also, in die Tiefe des Raumes zu schauen. Daß unsere beigelegte Brille auf der rechten Seite eine blaue statt einer grünen Folie hat, ändert nicht das Prinzip, ermöglicht es aber, bei den Berlin-Bildern die Bäume tatsächlich grün zu sehen.

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Wolfram Knapp
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