US-Krankenhäuser setzen automatisches Seuchenwarnsystem ein - wissenschaft.de
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US-Krankenhäuser setzen automatisches Seuchenwarnsystem ein

Ein Arzt, der im Krankenhaus einen Patienten mit Hautausschlag und Fieber behandelt, denkt nicht unbedingt sofort an Pocken. Auf diese Idee könnte er aber kommen, wenn er wüsste, dass in drei anderen Krankenhäusern der Stadt Menschen mit den gleichen Symptomen eingeliefert wurden. Ein neuartiges computerisiertes System, das mit dem Internet verbunden ist, soll hier Abhilfe schaffen. Wie der New Scientist berichtet, ist das System von „Oracle“, “ Idaho Technology“, „EYT“ und „Scen Pro“ entwickelt worden und wird bereits in etwa einem Dutzend ziviler US-Krankenhäuser eingesetzt.

Das System „Lightweight Epidemiology Advanced Detection and Emergency Response System“ ? kurz LEADERS ? kann über eine Internetverbindung Details von Patientensymptomen oder Laborbefunden aus Krankenhausdatenbanken an andere Krankenhäuser weiterleiten. Das Neuartige an dem System ist, dass es völlig plattformunabhängig arbeitet: Ein Krankenhaus, das dieses System benutzt, braucht nicht sein Computersystem an LEADERS anzupassen. Darüber hinaus ist LEADERS auch ein selbstlernendes System, das heißt es ist nach einiger Zeit der Anwendung in der Lage, bestimmte vorgefundene Daten zu einer Diagnose ? etwa Pocken ? zusammenzufassen.

Ursprünglich ist das Systewm für die US Air Force entwickelt worden. Seit den Terroranschlägen vom 11. September könnte es auch für zivile Krankenhäuser als Frühwarnsystem bei Bioattacken interessant sein. Bisher haben sich allerdings erst etwa ein Dutzend Hospitäler in den USA dafür entschieden. Nach Angaben von Brian Jones von der Firma Oracle wäre es möglich, 6.000 Krankenhäuser in 60 Tagen zu beliefern. Schwieriger sei dagegen die Akzeptanz der Hospitäler zu erreichen. „Die Krankenhäuser dahin zu bekommen, ihre Daten miteinander auszutauschen, ist die eigentlich schwierige Aufgabe“, so Jones.

Doris Marszk
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