Videokonferenzen in 3D - Versuchsläufe mit Tele-Immersion lieferten real wirkende Bilder - wissenschaft.de
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Videokonferenzen in 3D – Versuchsläufe mit Tele-Immersion lieferten real wirkende Bilder

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Man kann sich den virtuellen Gesprächspartner sogar von hinten ansehen

Statt weit entfernte Gesprächspartner einer Videokonferenz auf flachen Bildschirmen zu erleben, haben Teilnehmer einer Tele-Immersions-Konferenz den Eindruck, sie säßen alle im selben Raum. Erste Versuchsläufe dieser Zukunftstechnologie in den USA verliefen erfolgreich. Im Rahmen der „National Tele-Immersion Initiative“(NTII) hatten Forscher aus vier Universitäten und Instituten die dreidimensionalen Bilder über weite Entfernungen übertragen. Die Datenmengen, die bei dieser Verschmelzung von 3D-Technik und Kommunikation zu transportieren sind, erfordern noch sehr hohe Bandbreiten, liefern aber real wirkende Bilder.

„Bei Tele-Immersion wird der Bildschirm zu einem Fenster zu einem weit entfernten Ort“, erklärt Kostas Daniilidis, Versuchsleiter an der University of Pennsylvania: „Die Person, mit der Sie sprechen, wird in drei Dimensionen in Lebensgröße projiziert — man kann sogar hinter sie oder ihn blicken.“

Jeder Gesprächspartner sitzt vor großen Wandschirmen, auf denen die ständig nachgeregelten 3D-Bilder zu sehen sind. Mehrere digitale Videokameras lichten die Person aus verschiedenen Blickwinkeln ab. Dazu kommt eine Art Positionssender auf dem Kopf, der Veränderungen in der Körperhaltung registriert. Der Empfänger der Bilder nutzt eine 3D-Brille mit polarisierten Gläsern, die dem Gehirn ein dreidimensionales Bild suggeriert.

Dabei hat jede Bewegung der gefilmten Person direkte Auswirkungen auf das übertragene Bild: Lehnt sie sich vor oder zurück, so wird ihr Bild auch geringfügig größer oder kleiner, wie im richtigen Leben. „Es ist in etwa wie das ‚Holodeck‘ vom Raumschiff Enterprise“, sagt Daniilidis, „es erlaubt uns, mit flachen Bildern zu interagieren, als ob sie lebende, atmende Personen direkt vor uns wären.“

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In den Versuchsläufen war die Übertragungsqualität noch etwas wacklig, und bisher konnte auch nur ein Teilnehmer der Konferenz seine entfernten Kollegen sehen. Doch Daniilidis und seine Kollegen von der University of North Carolina at Chapel Hill, der Brown University und der New Yorker Non-Profit-Firma Advanced Network and Services sind von den Möglichkeiten der Technologie überzeugt. Sie sehen in der Tele-Immersion die kommende Revolution der Telekommunikation. Einmal den Kinderschuhen entwachsen, sollen sich dank dieser Technologie Menschen aus verschiedenen Ecken der Welt virtuell ganz nahe kommen. Mediziner könnten dadurch im Operationsraum quasi präsent sein, virtuelle Schauspielerproben wären wesentlich realistischer, Tele-Schüler und -Studenten wären ihrem Lehrkörper ganz nahe. Und nicht zuletzt in Konferenzen und wichtigen Sitzungen könne man die Partner persönlicher wahrnehmen, sagen die Forscher.

Dörte Saße
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